Landgraben

Der Mühlhäuser Landgraben vereint auf 26 Kilometern Länge Natur und Geschichte zu einem wunderbaren Wandererlebnis. Schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit suchten germanische Siedler durch den Vorläufer des Landgrabens Schutz vor Eindringlingen und Eroberern aus Norden und Nordwesten.

An insgesamt fünf Passierstellen wurden Kontrollen durchgeführt und Zölle erhoben. Neben den durch sogenannte Warten geschützten Straßendurchgängen gab es mehrere für Fußgänger bestimmte Stege oder Stiege durch den Landgraben.

Der Mühlhäuser Landgraben im Frühling. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
 Im Mittelalter und in reichsstädtischer Zeit diente der Mühlhäuser Landgraben als wichtige Verteidigungsanlage.
Vom Mühlhäuser Stadtwald aus schließt sich der Landgraben an und setzt seinen Weg in nordöstlicher Richtung fort. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
Den Wanderweg am Landgraben erkennt man an der Mühlhaue und dem Grabensymbol.
Die Mühlhaue und der Graben kennzeichnen den Wanderweg durchgehend. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen

Hier kreuzen sich heute weitere Wanderwege wie der Pilgerweg Loccum-Volkenroda, der Rennstieg, der Jodokus- oder der Lutherweg. Das eröffnet unzählige Möglichkeiten für spannende Rundwanderungen. Entdecken Sie von hier aus die Region.

Aufmerksame Passanten finden entlang der Strecke über 400 Grenz- und Fortststeine - darunter auch Steinkreuze und 143 historische Grenzsteine aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
Der historische Grenzstein Nummer 27 aus dem Jahr 1667.
Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen

Insgesamt 421 Grenzsteine stehen entlang der Strecke, dienen als inoffizielle Wegweiser und zeigen auf der einen Seite das Symbol für die mittelalterliche Reichstadt Mühlhausen - die Mühlhaue - und auf der anderen das Kurmainzische Wagenrad. Daneben zeugen Steinkreuze sowie Zwei- und Drei-Herrensteine von einer längst vergangenen Epoche Thüringer Zeit- und Kulturgeschichte. Vor allem für Familien mit Kindern wird das Entdecken und Zählen zu einem großen Vergnügen.

Streckenweise kann man mehr als einen Graben erkennen.
Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen

Flora und Fauna entlang des Grabens sind in ihrem Ursprung erhalten. Im Muschelkalkboden zeugen Fossilien wie Seeigel, Seelilien und Schnecken von einer Zeit, als Mühlhausen noch am Äquator lag. Sein historischer Hintergrund und Besonderheiten wie diese machen den Landgraben zu einem ganz besonderen Wandererlebnis.

Die Türkenbundlilie zählt zu den geschützten Pflanzenarten entlang des Landgrabens. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
Der Frauenschuh entzückt nicht nur Orchideenliebhaber. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen

Märzenbecher, Leberblümchen, Schlüsselblumen und der Gelbe Eisenhut sind nur einige unter Naturschutz stehende Pflanzen, die entlang des Landgrabens zu entdecken sind. Auch die seltene Türkenbundlilie und sogar einige Enzian– und Orchideenarten können Wanderer in ihrem natürlichen Vorkommen bestaunen.

Schachbrettfalter, Wald-Brettspiele sowie große und kleine Füchse zeigen entlang des Landgrabens ihre volle Pracht. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
Kammmolche sind in den Kleingewässern rund um den Landgraben zu Hause. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen

Schon heute ist der Landgraben ein Bodendenkmal, das seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Mit seinen großen Buchen-, Eichen- und Kiefernbeständen bietet er über den Mühlhäuser Stadtwald die perfekte Verbindung zum benachbarten Nationalpark.

Der Landgraben im Wechsel... Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen
...der Jahreszeiten im Herbst und Winter. Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen