Denkmal "Mühlhäuser Löwe"

Das Mühlhäuser Kriegerehrenmal am Stadtberg

Am Mühlhäuser Stadtberg erhebt sich wie eine Bastion das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 1.337 Mühlhäuser Soldaten. Von der oberen Plattform, an deren Spitze ein steinerner Löwe steht, hat der Betrachter einen schönen Blick auf die alte Reichsstadt und ihre Umgebung.
Nachdem der Mühlhäuser Magistrat und der Arbeitsauschuss der vaterländischen Verbände sich nach langwierigen Verhandlungen über den Standort und die Baukostenübernahme geeinigt hatten, erfolgte am 27. Oktober 1927 die feierliche Grundsteinlegung für das Ehrenmal.
Die Baukosten waren mit 120 000 Mark veranschlagt. Als Baumaterial wurde einheimischer Travertin verwendet. Am 5. Juni des darauf folgenden Jahres war der Bau des Kriegerehrenmals vollendet. In den Schlussstein wurde eine Kassette eingemauert, die das Heldenbuch mit den Namen der Mühlhäuser Gefallenen und verschiedene andere Dokumente, wie Bücher, Tageszeitungen und Notgeld enthält. Das Original des Heldenbuches befindet sich bis heute im Mühlhäuser Stadtarchiv.
Das Denkmal, nach Entwürfen des Charlottenburger Architekten Carl Christoph Lörcher und des Berliner Bildhauers Max Kruse, wurde von der Mühlhäuser Baufirma August Schreiber und den Hausteinwerken Carl Schilling unter Leitung des Städtischen Hochbauamtes ausgeführt.
Zur weiteren Gestaltung des Ehrenmals gehören: unter dem Löwen ein Schild mit Schwert und die Jahreszahlen 1914 und 1918 und darunter an den Vorderfronten der vier Mauern unter jeweils fünf in Stein gehauenen Stahlhelmen Schrifttafeln mit Majuskelinschriften von Wilhelm Raabe, Friedrich Hebbel und Friedrich Hölderlin zum Gedenken an die Kriegstoten:

Linke Seite, links:
Das Haupt wund von Lorbeer ist Deutschland
dahingesunken gegen eine Welt,
Aber das Gedächtnis seiner Taten wird die Jahrhunderte überdauern.

Linke Seite, rechts:
Das Ewige ist stille, laut die Vergänglichkeit;
schweigend geht Gottes Wille über den Erdenstreit.
(Wilhelm Raabe)

Rechte Seite links:
Seele; vergiß Sie nicht, Seele vergiß nicht die
Toten. Sieh, sie umschweben dich, schaudernd,
verlassen, und in den heiligen Gluten, die den Armen
die Liebe schürt, atmen sie auf und erwarmen.
(Friedrich Hebbel)

Rechte Seite, rechts:
O heilig Herz der Völker - o Vaterland! - Allduldend gleich
der schweigenden Mutter Erd` und allverkannt, wenn
schon aus deiner Tiefe die Fremden ihr Bestes haben!
(Friedrich Hölderlin)

Die Einweihung des Denkmals erfolgte unter großer Beteiligung der Mühlhäuser Bevölkerung und Vereine am 5. August 1928, zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Das Denkmal ist seitdem zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Die Festrede hielt Oberbürgermeister Dr. Hellmut Neumann. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Städtischen Orchester. Für die Hinterbliebenen gab es bereits am Tag zuvor in der Rathaushalle eine Gedächtnisfeier.
Seit 1990 findet die alljährliche städtische Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag an diesem "Löwendenkmal" statt.

[Quelle: Stadtarchiv Mühlhausen]

Foto: Tino Sieland
Denkmal "Mühlhäuser Löwe
Postanschrift
Am Stadtberg
99974 Mühlhausen

Anreise planen

Reisen Sie schnell, preiswert und umweltfreundlich zu uns und genießen Sie Ihre Reise von Anfang an.

Die Reiseauskunft der Bahn kennt nicht nur Zugfahrpläne, sondern weiß auch, wann Straßenbahnen und Busse fahren und wie lange man für den Fußweg von und bis zur nächsten Haltestelle braucht.