Pressemitteilung

Älteste handschriftliche Chronik der Mühlhäuser Geschichte dank privater Zuwendung restauriert

Bernd Mahr (links) und Stadtarchivar Dr. Helge Wittmann zeigen das frisch restaurierte "Chronicon Muhlhusinum".

Fast 400 Jahre lang ging das „Chronicon Muhlhusinum“ durch viele Hände: Für Forschungszwecke und als Teil der Dauerausstellung im Reichstädtischen Archiv war und ist die älteste erhaltene handschriftliche Chronik von großer Bedeutung für die Geschichte der Stadt Mühlhausen und entsprechend gefragt nicht nur bei Heimatforschern.

Diese Beanspruchung ging nicht spurlos an dem laut neuesten Erkenntnissen im Hauptteil Ende des 16. Jahrhunderts entstandenen, 1620 aus losen Seiten gebundenen frühneuzeitlichen Werk vorüber; eine Restaurierung wurde immer dringlicher, um das „Chronicon Muhlhusinum“ für die Nachwelt zu erhalten.

Dank einer großzügigen Spende des ehemaligen Mitarbeiters Bernd Mahr in Höhe von 800 Euro konnte das Stadtarchiv Mühlhausen nun die Verjüngungskur des auch als „Fritzler’sche Chronik“ bekannten Werks in Auftrag geben. Eindrucksvoll umgesetzt wurde die Aufgabe vom Leiter der Buchrestaurierung Leipzig, Christian Roth, durch dessen pflegende Hände erst kurz zuvor die Tischreden Martin Luthers aus den Mühlhäuser Museen gegangen waren.

„Die Unterstützung interessierter Bürgerinnen und Bürger ist von unschätzbarem Wert für die Arbeit mit und an den wertvollen Beständen unseres über 800-jährigen Archivs der ehemaligen Reichsstadt Mühlhausen. Das Engagement von Bernd Mahr ist ein herausragendes Beispiel dafür. Dank seiner Spende steht das ‚Chronicon Muhlhusinum‘ nun wieder in sehr gutem Zustand sicher verwahrt im Magazin des Archivs neben über 50 weiteren chronikalischen Zeugen der Mühlhäuser Geschichte“, so Stadtarchivar Dr. Helge Wittmann.

Bernd Mahr entdeckte seine Leidenschaft für die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte und insbesondere dem Spezialgebiet chronikalische Überlieferung bereits im Jugendalter. Von 1991 bis 2015 war er Mitarbeiter des Stadtarchivs und ist diesem bis heute eng verbunden. „Ich hoffe, dass sich dafür auch künftig interessierte Engagierte finden, insbesondere auch in der jungen Generation“, so Mahr. Die Finanzierung der Restaurierung des „Chronicon Muhlhusinum“ sei für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen. 

Wer sich für die Arbeit des Mühlhäuser Stadtarchivs interessiert oder diese unterstützen möchte, kann sich direkt dorthin wenden; Kontakt: Tel. 03601/452-142; E-Mail: stadtarchiv@muehlhausen.de.

 

Erstellt am 19.05.2017