Pressemitteilung

Weltweit einzigartiger mittelalterlicher Ablassbrief kehrt nach USA-Ausstellung zurück nach Mühlhausen

Am 16.2.2017 kehrte ein seltener mittelalterlicher Ablassbrief zurück in das Stadtarchiv Mühlhausen. Als Leihgabe war die Urkunde aus dem Jahr 1517 von Oktober 2016 bis Januar 2017 im Rahmen der Reformationsausstellung „Here I stand“ im Museum of Art in Minneapolis ausgestellt worden.

Organisiert wurde die Ausstellung vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Weil es sich um eines der seltenen Exemplare handelt, die auch ausgefüllt sind, war der Ablassbrief in Minneapolis ein wichtiges Exponat. Es besteht aus Pergament, einem anhängenden Wachssiegel und ist etwa 16 Zentimeter hoch und 20 Zentimeter breit. Die Urkunde wurde am 12. Juni 1517 für die Mitglieder des Dominikanerklosters der Reichsstadt Mühlhausen zugunsten des Neubaus von St. Peter in Rom ausgestellt.

Vom päpstlichen Ablasskommissar herausgegeben, funktionierten derartige Dokumente als „Wechsel“ auf einen künftigen Ablass. Wer also die Urkunde käuflich erwarb und die festgesetzte Taxe entrichtete, konnte den Vordruck im Falle eines geistlichen Bedürfnisses auch jederzeit später ausfüllen und damit „einlösen“. Nicht zuletzt hieran entzündete sich die Ablasskritik Martin Luthers und der Reformation.

Der Transport in die USA und zurück nach Thüringen war durchaus eine Herausforderung, da sorfältige Verpackung und eine spezielle Klimakiste notwendig waren. Darin bleibt die Urkunde einige Tage vor und nach der Versendung eingebettet, sodass sich in der Kiste langsam ein eigenes Klima entwickeln kann bzw. dass sich das empfindliche Dokument schrittweise an ein verändertes Umgebungsklima anpassen kann. Nunmehr wurde die Urkunde aus der Klimakiste befreit und sie kann wieder an ihrem angestammten Platz im Reichsstädtischen Archiv Mühlhausen bewundert werden.

Erstellt am 17.02.2017