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Stadtarchiv - Ausstellungen / Veranstaltungen |
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Termine von aktuellen Ausstellungen finden Sie hier.
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Das Reichsstädtische Archiv mit seiner ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte |
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| Ausstellungsort: Reichsstädtisches Archiv / Rathaushalle rechts |
Von der Rathaushalle führt eine besonders gesicherte Tür in den 1595/96 erbauten Südflügel des Rathauses, in dem sich das weithin bekannte Reichsstädtische Archiv mit seiner Ausstellung befindet.
Die wachsenden Ansprüche an die Verwaltung im 15. und 16. Jahrhundert erforderten die Einrichtung eines organisierten Archivs, das ab 1615 im Zwischengeschoss des Südflügels seinen Platz fand. In den historischen Archivräumen beeindruckt besonders die Inneneinrichtung. Sie entstand in den Jahren 1615 bis 1648 und ist im Original erhalten geblieben. Die Schränke und Truhen verwahren auch heute noch die Akten und Stadtbücher aus der reichsstädtischen Zeit Mühlhausens. Fenster und Türen zeigen Renaissance-Malereien mit Pflanzen, Köpfen, Engeln und Tieren. Die lateinischen und griechischen Inschriften an den Schränken und Wänden weisen auf das Verhältnis der Bürger zum Staat, auf das Archiv und die archivische Tätigkeit hin. Mit den Buchstaben des Alphabets und den astronomischen Zeichen Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Stern, Venus und Saturn sind die Akten im Reichsstädtischen Archiv signiert. Mit Hilfe eines entsprechenden Verzeichnisses gelingt es dem Archivar, die Akten im Bedarfsfall wieder zu finden.
Die ausgestellten Dokumente in den 34 Schaukästen geben einen interessanten Einblick in die bedeutende Historie der ehemals freien Reichsstadt. Das Fragment (Kopie) einer Urkunde Ottos II. weist auf die erste schriftliche Erwähnung des Ortes "molinhuson" im Jahre 967 hin.
Eine sehr kostbare Handschrift ist das Mühlhäuser "Rechtsbuch nach des Reiches Recht", das älteste Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache, entstanden um 1220, als aus der Siedlung Mühlhausen schon "des richis stadt" geworden war.
Aus dem 13. Jahrhundert berichten die Pergamenturkunden von der wachsenden Stärke der Bürgerschaft und ihrem erfolgreichen Streben, die Stadt selbst zu verwalten. 1256 zerstörten die Bürger die Pfalzburg. Die erreichte Selbständigkeit war eine wichtige Voraussetzung für den großartigen Aufschwung, den Mühlhausen in den beiden folgenden Jahrhunderten nahm.
Eine lange Tradition besaß die Herstellung von Tuchen, Woll- und Wirkwaren. Schon 1311 erwähnen die Mühlhäuser Statuten den Import von Baumwolle, welche hier gewiss weiter verarbeitet wurde. Mühlhäuser Tuche wurden vor allem im Nord- und Ostseeraum gehandelt. 1430 trat die Stadt schließlich der Hanse bei.
Die Aktenstücke des 16. Jahrhunderts weisen insbesondere darauf hin, dass die oppositionellen Bürger mit der Einführung der reformatorischen Lehre auch die Forderung verknüpften, an der Ausübung der Stadtherrschaft beteiligt zu werden. Besonders in Thüringen und hier in der Stadt Mühlhausen erlangte diese Bewegung eine große Bedeutung. Thomas Müntzer fand in der Reichsstadt Mühlhausen nach seiner Vertreibung aus Allstedt im August 1524 eine neue Zufluchtsstätte, die schließlich zum Zentrum von Reformation und Bauernkrieg in Thüringen werden sollte. Erbitterte innerstädtische Auseinandersetzungen gingen dem voraus. Bereits am 03. Juli 1523 kam es zu einem bewaffneten Aufstand. Der Rat wurde von einem gewählten Ausschuss, den Achtmännern, gezwungen, einen Rezess anzunehmen, der ihnen Mitbestimmung zusicherte.
Nach der militärischen Niederlage der Aufständischen von 1525 verlor die Stadt ihre Reichsfreiheit. Erst 1548 erhielt sie diese in einer schön gestalteten Pergamenturkunde mit einem Lacksiegel an Goldschnüren von Kaiser Karl V. wieder verliehen.
Vom Dreißigjährigen Krieg kündet der Schutzbrief, ausgestellt am 02. September 1625 in Eger und unterschrieben von Albrecht von Wallenstein. Der Rat musste dafür 14.500 Speziestaler, das war ein Monatssold für ein Reiterregiment mit 1.000 Pferden, bezahlen.
Am 05. August 1802 rückten preußische Truppen in Mühlhausen ein und setzten der Reichsfreiheit ein Ende. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 wurde die Stadt zunächst bis 1813 vom Königreich Westfalen vereinnahmt. Danach gehörte Mühlhausen bis 1944 zum Regierungsbezirk Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen. Von der preußischen Polizei stammen die Fahndungsersuchen und Steckbriefe, in denen zum Beispiel nach Karl Marx und Heinrich Heine gesucht wurde.
Abschließend soll auf einige Ausstellungsstücke verwiesen werden, die auch einen hohen kulturgeschichtlichen Wert besitzen. Sie stammen aus dem Buchbesitz der Mühlhäuser Klöster, die nach der Reformation aufgelöst worden waren. Darunter befinden sich prachtvolle Wiegendrucke wie der "Corpus iuris canonici, Decretum gratiani" von 1481 und der "Liber missalis" aus Basel von 1487 sowie die Handschrift vom "Zehnjungfrauenspiel", dem ältesten deutschen Drama, das 1321 in Eisenach aufgeführt wurde. |
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| | | Öffnungszeiten | Zu besichtigen ist diese Ausstellung nur im Rahmen einer Führung zu folgenden Öffnungszeiten:
Mo. - Fr.: 11:00 - 12:00 Uhr
Weitere Termine nach Voranmeldung möglich! |
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Sonderausstellung in der Alten Kämmerei |
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| Ausstellungsort: Alte Kämmerei / Rathaushalle links |
Sonderausstellung:
"Distanzen - Jüdisches Leben in Mühlhausen(n)"
vom 27. Januar 2012 bis 26. Januar 2013
Die am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2012 im Rathaus eröffnete Ausstellung des Stadtarchivs Mühlhausen widmet sich der jüdischen Geschichte der Stadt von den Anfängen im 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Anhand von Archivalien wird ein Eindruck vom Alltag jüdischen Lebens, von Verfolgung und Emanzipation vermittelt.
Die am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2012 im Rathaus eröffnete Ausstellung des Stadtarchivs Mühlhausen widmet sich der jüdischen Geschichte der Stadt von den Anfängen im 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Anhand von Archivalien wird ein Eindruck vom Alltag jüdischen Lebens, von Verfolgung und Emanzipation vermittelt.
Die Orte des jüdischen Gemeindelebens in Mühlhausen erfahren eine gesonderte Darstellung: Die Jüdenstraße inmitten der Stadt als Wohnquartier für Juden und Christen, die Synagogen in der Jüdenstraße als Kultort und die Friedhöfe außerhalb der Stadtmauer.
Menschen mit Namen und Hausnummer werden genannt und so der Anonymität der Vergangenheit entrissen:
Der Geldverleiher und der Rabbi des Mittelalters, der stets von Ausweisung bedrohte Schutzjude im 18. Jahrhundert, der gleichberechtigte jüdische Bürger im Königreich Westphalen, der Mühlhäuser und Stadtverordnetenvorsteher und schließlich der als Jude im Passantrag stigmatisierte entrechtete Mensch.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses (Mo.-Fr. 9-12 und 13-16 Uhr) kostenlos zu besichtigen. Führungen sind nach Anmeldung im Stadtarchiv unter der Telefonnummer 03601/452142 oder per E-Mail mailto:stadtarchiv@stadtverwaltung.muehlhausen.de auch am Wochenende möglich. |
| | | Öffnungszeiten | | wie Rathaus |
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