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Fr 19.02.2010 - Rosen im Kirmesumzug
PRESSESCHAU

Rosen im Kirmesumzug


BGM Schönau und OB Dörbaum (Foto: TA)Die Tage des Dauerstreits zwischen der Kreisstadt Mühlhausen und der Alt-Kreisstadt Bad Langensalza, wer denn sein Volksfest am letzten Wochenende im August verschieben soll, scheinen gezählt? Jedenfalls ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen, denn der Bürgermeister der Kurstadt, Bernhard Schönau (FDP), hat jetzt den Mühlhäuser Oberbürgermeister, Hans-Dieter Dörbaum (pl), zu einem persönlichen Gespräch im Rathaus empfangen.

Mühlhausen beharrt auf den August-Termin, weil Deutschlands größte Stadtkirmes schon seit 134 Jahren traditionell am letzten August-Wochenende stattfindet. Und Bad Langensalza beharrt auf den Termin, weil schon für Jahre die Verträge mit den Künstlern und Händlern für das Mittelalter-Stadtfest abgeschlossen sind. Sicher, da hatte man wohl die Tragweite einer solchen Entscheidung verkannt, denn besagte Verträge hätten seinerzeit wohl auch eine Woche früher vereinbart werden können. Andererseits: Im Vorjahr konnten die Landtagswahlen etwas in Mühlhausen bewirken, was bislang unmöglich schien: Die Kirmes wurde um eine Wochen verschoben. Doch das sollte die Ausnahme bleiben. Im Klartext: Das über Jahre dahin dümpelnde Problem, zwei absolute kulturelle Höhepunkte in zwei so eng benachbarten Städten zum gleichen Zeitpunkt, das würde bleiben. Doch die Realpolitik übersprang einmal ihre Schatten und vermittelt den immer wieder verärgerten Bürgern in den beiden Städten neue Hoffnung."Im vergangenen Jahr sorgte die durch den Wahlsonntag bedingte Verschiebung der Kirmes dafür, dass die unselige Dopplung erstmalig ausfiel, zur Freude der Mühlhäuser und Bad Langensalzaer", sagte gestern Rathaussprecherin Angelika Bergmann. Und Langensalzas Stadtoberhaupt sei es möglich gewesen, in Mühlhausen am Kirmesumzug teilzunehmen. Dies hätten nun der Oberbürgermeister und Helmut Mey, der stellvertretende Vorsitzender des Traditionsvereins Mühlhäuser Heimatfeste, zum Anlass genommen, in die Kurstadt zu fahren und mit dem Bürgermeister dort darüber zu beraten, ob es nicht vielleicht doch gelinge, auch in diesem Jahr die fatale Doppelung der Feste zu vermeiden. Das Gespräch im Langensalzaer Rathaus soll in freundschaftlicher Atmosphäre stattgefunden haben. Dabei war zu erfahren, dass sich die Kur- und Rosenstadt in diesem Jahr mit einem eigenen Bild am Mühlhäuser Kirmesumzug beteiligen will. Bürgermeister Schönau soll im Ergebnis des Gesprächs zugesichert haben, "das in seinen Kräften Stehende zu versuchen, um das Mittelalterfest nicht auf das Kirmes-Wochenende fallen zu lassen". Entscheidend wird wohl sein, ob die Akteure in Bad Langensalza noch einen alternativen Termin freihaben. Vielleicht gelingt es, so zeigte sich die Sprecherin vorsichtig optimistisch, Mittelalter-Stadtfest in Bad Langensalza und Stadtkirmes in Mühlhausen so zu legen, dass die Bürger gemeinsam feiern können, zum Vorteil beider.Im Übrigen: Schon vor einigen Jahren hatte Landrat Harald Zanker (SPD) gemeinsam mit seiner Kulturbeauftragten zwischen den Städten zu vermitteln versucht. Gegenüber unserer Zeitung zeigte er sich damals zuversichtlich, dass mit dem Auslaufen der Vereinbarungen mit dem Vertragspartner die Stadt Bad Langensalza einen neuen Termin aushandelt. Das aber scheint dann wohl nicht geklappt zu haben.Aber vielleicht bringt das direkte Gespräch jetzt die Wende.

TA vom 19.02.2010 von Jürgen WAND mehr...

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