Ab Juni 2026 führt die Stadt Mühlhausen eine umfassende Modernisierung der Parkraumbewirtschaftung ein. Sie setzt dabei auf eine konsequente Digitalisierung und Effizienzsteigerung. Das bisherige, wartungsintensive System wird durch eine rein bargeldlose Infrastruktur ersetzt.
Die Umstellung betrifft alle Parkautomaten an den 16 städtische beirtschafteten Parkplätzen im Stadtgebiet, die Erweiterung der Handyparken-Anbieter sowie eine Anpassung der Parkgebühren. Die Maßnahmen dienen der Effizienz und Steuerung des Parkraums im Sinne von Einzelhandel, Anwohnern und Besuchern.
Umstellung der Parkautomaten auf bargeldlose Zahlung
Von Dienstag, 26. Mai, bis Samstagfrüh, 30. Mai 2026, werden alle Parkautomaten auf ein rein digitales Bezahlsystem umgerüstet. In dieser Zeit werden keine Parkgebühren erhoben. Ab dem 1. Juni 2026 ist die Bezahlung ausschließlich per App, EC-Karte (NFC) oder QR-Code möglich. Bargeld wird nicht mehr akzeptiert.
Vorteile der Umstellung:
- Effizienter Personaleinsatz: Regelmäßiges Leeren der Automaten durch das Ordnungsamt entfällt – die Mitarbeiter können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.
- Weniger Vandalismus: Ohne Bargeld in den Automaten sinkt die Attraktivität für Diebe.
- Mehr Komfort: Nutzer können per App oder Karte bezahlen, ohne Kleingeld suchen zu müssen.
Ausnahme: Parkplatz am Schwanenteich
Ab Juli 2026 kommt hier ein kamerabasiertes System zur Kennzeichenerfassung zum Einsatz. Die Bezahlung erfolgt durch Eingabe des Kennzeichens am Automaten oder per App.
Erweiterung der Handyparken-Anbieter: Mehr Auswahl für Autofahrer
Ab dem 1. Juni 2026 kooperiert Mühlhausen mit der Initiative smartparking, die eine offene Plattform für digitale Parkraumbewirtschaftung bietet. Neben der bestehenden Lösung PayByPhone stehen den Nutzern künftig weitere Dienste wie EasyPark, Mobilet, Parkster, PARCO und Peuka zur Verfügung.
Der Parkvorgang wird via App gestartet und minutengenau abgerechnet. Dies eliminiert das Risiko von Verwarngeldern durch abgelaufene Tickets und optimiert die Kosten für den Nutzer. Für Kunden ohne spezifische App bleibt die Zahlung per NFC, EC-Karte oder QR-Code direkt am Automaten möglich.
Vorteile für Nutzer:
- Flexibilität: Parkzeit kann per App jederzeit verlängert oder gestoppt werden – Überzahlungen oder Verwarngelder wegen abgelaufener Tickets entfallen.
- Einfache Nutzung: Die Mitarbeiter des Ordnungsamts prüfen digitale Tickets zentral über das Kennzeichen.
- Bundeseite Verfügbarkeit: Das System wird bereits in über 380 deutschen Städten genutzt, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Eisenach und Gotha.
Hinweis: Die Parkscheinautomaten zeigen ab Juni 2026 Informationen zu den neuen Anbietern und Anleitungen für das Handyparken.
Anpassung der Parkgebühren ab 1. Juni 2026
Parallel zur technischen Modernisierung erfolgt eine Anpassung der Parkgebühren um 0,50 Euro pro Stunde. Diese Maßnahme ist die erste Anpassung seit 2017 und führt die Gebühren auf ein Niveau vergleichbarer thüringischer Städte. Sie ist erforderlich, um die Kosten der Parkraumbewirtschaftung zu decken und steuert die Nutzung des begrenzten Parkraums.
- Parkgebühren: Erhöhung um 0,50 Euro/Stunde
- Anwohnerparkausweise: 90,00 Euro/Jahr
- Neu: Einführung von Tagestickets für die Parkplätze Blobach und Bahnhof
- Wochentickets gibt es für die Parkplätze Blobach, Brunnenstraße sowie Engelsgarten Wohnmobilstellplatz
Begründung
Die Anpassung der Parkgebühren ist notwendig, um die steigenden Kosten für Bau, Unterhalt und Betrieb der Parkanlagen zu decken. Dazu zählen insbesondere:
- Bau und Sanierung: Investitionen in die Instandhaltung und Modernisierung der Parkflächen, um deren Sicherheit und Attraktivität zu erhalten.
- Unterhalt und Reinigung: Regelmäßige Pflege der Parkplätze, um Verschmutzungen, Müll und Wetterschäden zu beheben.
- Wartung: Instandhaltung der technischen Infrastruktur, wie Parkautomaten und digitale Systeme.
- Beleuchtung: Energie- und Wartungskosten für die Beleuchtung der Parkplätze, die besonders in den Abend- und Nachtstunden für Sicherheit sorgen.
- Verwaltungskosten: Aufwendungen für die Organisation, Kontrolle und Abrechnung der Parkraumbewirtschaftung, einschließlich Personal- und IT-Kosten.
Die Gebühren tragen dazu bei, diese Aufwendungen kostendeckend zu finanzieren und die Qualität der Parkraumbewirtschaftung langfristig zu sichern.
Darüber hinaus lenken Parkgebühren die Nutzung des begrenzten Parkraums. In der Innenstadt sollen die Flächen vorrangig für Besucher (z. B. Einkäufe) zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig ermöglicht die Erhöhung eine bessere Steuerung des Parkraums, um die begrenzten Flächen vorrangig für kurze Aufenthalte bereitzustellen. Ohne Gebühren würden die Stellplätze dauerhaft von Anwohnern oder Berufstätigen belegt.
- Gebührenpflichtige Parkzeiten:
- Montag bis Freitag jeweils von 8.00 - 17.00 Uhr
- Kostenlose Parkzeiten:
- Montag bis Freitag ab 17 Uhr
- Samstags ab 9:30 Uhr
Übersicht der bewirtschafteten Flächen
Die Umstellung umfasst folgende Standorte:
- An der Burg – Hoyersgasse
- An der Burg – Telekom
- An der Burgstraße
- Bahnhof
- Blobach
- Brunnenstraße
- Engelsgarten Wohnmobilstellplatz
- Entenbühl
- Hanfsack
- Kilianistraße (Persiluhr)
- Lindenbühl – Spielbergstraße
- Lindenbühl – Museum
- Lindenbühl – Landratsamt
- Obermarkt/Bei der Marienkirche
- Untermarkt/ Kirche, Sparkasse
- Schwanenteich
Bürgermeister Jan Riemann:
„Die Umstellung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Modernisierung und Digitalisierung. Gleichzeitig schaffen wir mehr Komfort für die Bürger und setzen unser Personal sinnvoll an anderer Stelle ein.“




























