Pressemitteilung

Stadtwald wird zukunftsfähig gemacht: Schüler unterstützen Aufforstungs-Aktion

Foto: SDW Thüringen

44 Schüler der Klassenstufen 6 und 9 der Staatlichen Regelschule „Unstruttal“ beteiligten sich anlässlich des „Internationalen Tag des Waldes“ an einem Projekt zur Aufforstung des Mühlhäuser Stadtwaldes. Damit wurde eine 2018 ins Leben gerufene Kooperation zwischen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Thüringen (SDW) und dem PEFC fortgesetzt. Das PEFC (englische Abkürzung für „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“) ist ein unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Durch das gemeinsame Projekt sollen Thüringer Schüler auf das Thema Wiederbewaldung nach Schadereignissen aufmerksam gemacht und ihnen so auf praktische Art der Wald, seine nachhaltige Bewirtschaftung und die Zusammenhänge im Ökosystem Wald vermittelt werden.

Im Mühlhäuser Stadtwald – dem größten in Thüringen – wurde dabei nun ein durch das Eschentriebsterben stark geschädigter Bestand aufgeforstet, um hier eine neue Waldgeneration mit zukunftsfähigen Baumarten entstehen zu lassen: Je 1.200 Weißtannen und Edelkastanien, 300 Vogelkirschen, je 200 Douglasien und Walnuss-Bäume sowie je 100 Eiben und Elsbeeren wurden am 25. März am Forstort „Schalcherode“ unter der fachkundigen Anleitung von Jörg Willner, Leiter des Fachdienstes Forst und Landschaftspflege der Stadtverwaltung, in die Erde gesetzt.

Begangen wurde die Aktion gemeinsam mit Hans-Dieter Dörbaum (stellv. Landesvorsitzender der SDW Thüringen), Bürgermeisterin Beate Sill , Sören Sterzik (Vorsitzender PEFC-Arbeitsgruppe Thüringen), Susann Biehl und Christoph Deselaers (Waldbesitzerverband Thüringen), Dirk Fritzlar (Leiter des Forstamtes Hainich-Werratal), Jörg Klupak und Andreas Henning (stellv. Landräte des Unstrut-Hainich-Kreises) sowie weiteren Gästen.

Hintergrund zur Pflanzung:

Der Mühlhäuser Stadtwald ist mit ca. 3.100 ha Waldfläche der größte Kommunalwald im Freistaat Thüringen. Im engeren Sinn handelt es sich um ein namentlich so gekennzeichnetes Waldgebiet am Nordrand des Hainich. Der Stadtwald wird nach den Kriterien der PEFC-Zertifizierung bewirtschaftet und ist in Fachkreisen für die naturnahe Waldbewirtschaftung auch über die Grenzen von Thüringen hinaus bekannt. Hauptbaumart ist die Rotbuche, gefolgt von Esche und Bergahorn, die vor allem in jüngeren Beständen in großen Anteilen beigemischt sind. Alte Eichen entstammen der ehemaligen Mittelwaldbewirtschaftung. Seltene Tierarten wie Luchs und Wildkatze sind im Gebiet vertreten und geben durch ihre Anwesenheit Rückschluss auf die besonders naturnahe Ausstattung der Wälder, was sich auch in vielfältig überlagernden Schutzfunktionen wiederspiegelt.

Der Mühlhäuser Stadtwald ist auf großer Fläche durch naturnah bewirtschaftete Laubholzbestände gekennzeichnet. Diese werden durch Einzelbaumentnahme und Naturverjüngung bewirtschaftet, so dass nur in geringen Stückzahlen gepflanzt werden muss. Bedingt durch verheerende Ausfälle durch das Eschentriebsterben, entstehen derzeit größere Lücken und Freiflächen auch, auf denen sich die Einbringung von zukunftsfähigen Baumarten anbietet. Dazu zählt insbesondere die Weißtanne, die Esskastanie, die Vogelkirsche sowie seltene Baumarten wie Eibe und Elsbeere. Die Einbringung einer breiten Baumartenzusammensetzung soll zukünftig eine größere Klimastabilität der Wälder sichern.

Medieninformation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen e.V. Mehr dazu unter: www.sdw-thueringen.de

Erstellt am 28.03.2019