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Smart City Mühlhausen

„Gemeinschaft stärken – Freiheit gewinnen“

Die Stadt Mühlhausen ist eine von 28 ausgewählten Projekten der dritten Staffel der „Modellprojekte Smart Cities“. Das gab das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Juli 2021 bekannt.

Die Bewerbung Mühlhausens stand unter dem Projekttitel „Gemeinschaft stärken – Freiheit gewinnen“ und läutete den Weg zur digitalen zukunftorientierten smarten Stadt ein.

Modellprojekt "Smart City" Mühlhausen

Die Entwicklung der einstigen freien Reichsstadt Mühlhausen ist seit jeher eine Geschichte des Strebens nach Freiheit. Die Reichsfreiheit, der Bauernkrieg 1525 und die friedliche Revolution haben die Stadt geprägt.

Mühlhausen ist vielfältig: eingemeindete Dörfer, dicht besiedelte Wohnblöcke und die mittelalterliche Altstadt zeigen unterschiedliche Bedarfe. Wir sind uns sicher: Durch Zusammenhalt, der Bündelung von Ideen, Kreativität, Kompetenz und Wissen gehen wir gestärkt und zukunftsorientiert nach vorne und erproben gemeinsam das Stadtleben der Zukunft.

Mühlhausen hat die Chance, die Stadt neu zu denken und die digitale Entwicklung für die Gemeinschaft  nutzbar zu machen

"Smart City" Mühlhausen: Fragen & Antworten

Der Begriff Smart City beschreibt gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, um Städte und urbane Lebensräume, effizienter, innovativer, nachhaltiger und sozial inklusiver zu gestalten.  Eine Smart City verbessert systematisch die Lebensqualität in der Stadt, unterstützt die Wirtschaft, erhöht die Sicherheit, setzt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz und entwickelt die vorhandene Infrastruktur stetig weiter. Dazu werden technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen und der Einsatz von neuster Informations- und Kommunikationstechnologie genutzt. Das Wohl aller Bürger, die Gesellschaft, der Mensch und seine Lebensqualität stehen dabei im Mittelpunkt.

Mit den Smart-City-Modellprojekten fördert die Bundesregierung die digitale Modernisierung der Kommunen in Deutschland. Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) werden daher integrierte Smart-City-Strategien und deren Umsetzung gezielt mit Investitionen unterstützt. Die Förderung der Modellprojekte Smart Cities erfolgt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mittlerweile haben 73 Kommunen und kommunale Kooperationen einen Förderzuschlag erhalten. Insgesamt stehen rund 820 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Die Stadt Mühlhausen hatte sich neben 94 weiteren Kommunen und Städten bei der dritten Staffel der „Modellprojekte Smart Cities“ beworben und bekam im Juli 2021 den positiven Förderbescheid durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Förderentscheidung beruhte auf einem mehrstufigen Prüfprozess mit Fachgutachern und Jury. Damit ist Mühlhausen nach Jena und Gera die dritte Stadt in Thüringen die als Smart City vom Bund gefördert wird. Alle Bemühungen der Stadt hinsichtlich der Entwicklung zur Smart City werden nun mit erheblichen Fördermitteln unterstützt. 

Die Stadt Mühlhausen will in den nächsten Jahren fast zehn Millionen Euro in Smart-City-Strategien und Maßnahmen investieren. Davon kommen 65% der Kosten aus dem Zuschussprogramm 436 der KfW. Es werden Fördermittel in Höhe von über 6 Millionen Euro bis Ende 2028 in die Stadt fließen!

Ausgerichtet an den unterschiedlichen Bedarfen der Stadtgesellschaft wurden zunächst drei Stadtteile in Mühlhausen als „Modellquartiere" für das Smart-City-Projekt identifiziert:

  • Mittelalterliche Innenstadt: Digitales Welterbe, Lebendige Innenstadt, umweltfreundliche Mobilität und Logistik, Energieeffizienz und Sanierung
  • Wohnsiedlung Ballongasse: soziale Inklusion durch Bildung und Vernetzung, energetische Sanierung und Kreislaufwirtschaft, öffentliche Aufenthaltsqualität
  • Ortsteil Bollstedt: Teilhabe/Daseinsvorsorge, bedarfsgerechte Mobilität, digitales Dorf

Ziel ist es, in den Quartieren qualitativ neue Lösungsansätze für eine intelligente und zukunftsorientierte Stadt zu entwickeln.

Die Modellprojekte „Smart Cities“ bestehen aus zwei Phasen:

  1. Strategie-Phase: Entwicklung kommunaler Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Gestaltung der Digitalisierung
  2. Umsetzungsphase: Umsetzung der Ziele, Strategien und Maßnahmen.

In der Strategie-Phase erfolgt die Erarbeitung der Smart-City-Strategie für die Stadt Mühlhausen. Außerdem werden bereits erste Maßnahmen als Pilotprojekte umgesetzt: 

Wir möchten einen so genannten „ Mühlhausen-Cube | Urban Data Center“ aufbauen, in dem Metadaten zu Infrastrukturmaßnahmen gesammelt, verarbeitet und Unternehmen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden, z.B. Messungen zur Parkraumbewirtschaftung, zum Energieverbrauch von Gebäuden und zur intelligenten Straßenbeleuchtung.

Um Bürger bei der digitalen Bildung zu unterstützen, werden Digital-Lotsen ausgebildet. Als Ansprechpartner und Impulsgeber unterstützen sie Werkstätten in den verschiedenen Modellquartieren oder unterrichten in digitalen Klassenzimmern. So geben sie ihr Wissen zum Nutzen der Digitalisierung im täglichen Leben an Bürgerinnen und Bürger weiter.

Entwickelt werden intelligente Verkehrssysteme (Parkplatzkonzepte und Verkehrssteuerung). Dafür sollen Kapazitäten in Parkhäusern und Stellflächen außerhalb des Innenstadt-Rings erfasst und übermittelt werden. Durch die Einbettung in Applikationen und Routingsysteme können freie Parkplätze in Echtzeit lokalisiert bzw. der Verkehrsfluss dynamisch optimiert werden. Das reduziert den Parksuchverkehr und bedeutet eine geringere Belastung für Bürger und Touristen.

Durch einen „Digitalen Zwilling der Mittelalterstadt“ werden Gebäude unterschiedlicher Epochen und Typen (mittelalterliches Fachwerk, Plattenbau, Gemeindehaus) erfasst und als 3D-Stadtmodell dargestellt. Dies bietet Grundlage für Simulationen und Analysen, z.B. zur Optimierung der Mobilität, Hochwasserschutz, denkmalgerechte Sanierung und Verbesserungen bei energie- und kostenintensiven Gebäuden.

Im Jahr 2022 soll die „Stadt-Werkstatt Mühlhausen“ im historischen Stadtzentrum eröffnet werden. Sie bildet den physischen Mittelpunkt der Smart City. Digitalisierung wird hier durch niedrigschwellige Angebote für alle erlebbar und kann mitgestaltet werden.

Nachdem die Smart-City-Strategie erstellt wurde, schließt sich die Umsetzungsphase mit mehreren Umsetzungs-Projekten an:

Durch die Einführung eines digitalisierten On-Demand-Busbetriebs (Bus auf Bestellung) soll das bestehende Verkehrsangebot nachhaltig erweitert und Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz geschlossen werden. Die barrierefreien Verkehrsmittel leisten mit umweltfreundlichen Antrieben ihren Beitrag zur CO2-Reduktion. Durch eine attraktive Gestaltung des Verkehrsangebots wird so eine reizvolle Alternative zum eigenen PKW geschaffen.

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt ist eine intelligente Straßenbeleuchtung geplant. Dabei „denken“ die Straßenlaternen mit. Sie erfassen Bewegungen, erkennen und unterscheiden Verkehrsteilnehmer und dimmen das Licht in verkehrsarmen Zeiten. Neben der Energieeinsparung werden auch Insekten, Vögel und Fledermäuse vor dauerhafter Lichteinwirkung bei Nacht geschützt. Eingebaute Sensoren ermöglichen zudem Informations-, Sicherheits-, Werbe-, und Steuerungsfunktionen.

In den einzelnen Quartieren sollen Mobilitäts-Hubs (Abstellstationen für verschiedene Verkehrsmittel) mit umweltfreundlichen Fahrzeugen entstehen. Neben Elektrofahrrädern können Elektromobile oder Lastenfahrräder ausgeliehen oder an Ladesäulen aufgeladen werden. Digitale Tickets ermöglichen dabei eine einfache und bequeme Nutzung von verschiedenen Verkehrsmitteln über die gesamte Reisekette.

Nachhaltige und intelligente Lösungen tragen zur Verbesserung der Stadträume bei. Durch die Erhöhung von Luftqualität und Artenvielfalt oder einer Verringerung der Schallemission wird ein wertvoller Beitrag zur lebenswerten Stadt geleistet. Ansatzpunkte dazu sind beispielsweise die Begrünung von Dächern und Fassaden mit automatisierter Bewässerung oder das Aufstellen von intelligentem Stadtmobiliar

In leerstehenden Verkaufsräumen sollen Interessenten für einen bestimmten Zeitraum die Möglichkeit bekommen Waren oder Dienstleistungen anzubieten. Die Anmietung von langfristigen Ladenflächen wird damit umgangen. Es ergeben sich somit Möglichkeiten für Start-Ups, Existenzgründer, Designer oder Künstler, die noch keine dauerhaften Verkaufsflächen zur Verfügung haben.

Der Straßenbahnbetrieb in Mühlhausen hat eine lange Geschichte und reichte von 1898 bis 1969. Mit Blick auf den kompletten Rückbau der alten Straßenbahninfrastruktur ermöglichen inzwischen neue sensorbasierte Technologien und innovative Antriebe einen sauberen und effizienten Personentransport mit neuartigen autonomen Transportsystemen. Diese können sowohl auf gesonderten Fahrspuren als auch im gemischten Verkehr operieren und benötigen weder Schienen noch Oberleitungen. Eingebettet in ein umfassendes Mobilitätskonzept werden so Stadt- und Landräume neu erschlossen, Emissionen verringert und die Lebensqualität erhöht.

Smart-City-Sprechstunde | Ansprechpartner

Hinweise und Anregungen zur Smart City Mühlhausen sind willkommen und jederzeit erwünscht!

Kay Freytag 

Linsenstraße 11/12
99974 Mühlhausen / Thüringen

Telefon:      +49(0)3601-452-335
Fax: +49(0)3601-452-328
E-Mail: smartcitymuehlhausende
Anja Grabe

Linsenstraße 11/12
99974 Mühlhausen / Thüringen

Telefon:      +49(0)3601-452-336
Fax: +49(0)3601-452-328
E-Mail: smartcitymuehlhausende

Informationen | Dokumente Smart-City-Mühlhausen

 

Pressemeldung Juli 2021: Mühlhausen auf dem Weg zur smarten Stadt
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Smart City Modellprojekt Mühlhausen
Antrag Smart-City-Strategie Mühlhausen: Gemeinschaft stärken - Freiheit gewinnen!