einzigartige Wahrzeichen

Unsere Highlights

Wussten Sie schon, dass Mühlhausen das zweitgrößte Flächendenkmal in Thüringen ist? Während der Erkundung der Altstadt treffen Sie auf rote Straßenschilder, die die Altstadt als Flächendenkmal ausweisen.

Entdecken Sie Baudenkmäler, wie das Gebäudeensemble des Historischen Rathauses und den Neuen Friedhof, als BUGA Außenstandort 2021 sowie das Brunnenhaus Popperode mit der Popperröder Quelle.

weitere besondere Orte

Alter Friedhof Mühlhausen

Auf 38.000m² erstreckt sich im Südosten der Stadt der bis 1929 genutzte Alte Friedhof. Hier ist seit 1872 der jüdische Friedhof zu finden sowie die in den Jahren 1889/1890 erbaute Kapelle. Der heutige Park lädt mit seinem alten...

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Auf 38.000m² erstreckt sich im Südosten der Stadt der bis 1929 genutzte Alte Friedhof. Hier ist seit 1872 der jüdische Friedhof zu finden sowie die in den Jahren 1889/1890 erbaute Kapelle. Der heutige Park lädt mit seinem alten und historisch gewachsenen Baumbestand zum Verweilen ein.

Als 1928 mit dem Bau des Neuen Friedhofs in der Eisenacher Landstraße begonnen wurde, war die Zukunft des zu klein gewordenen Areals besiegelt. Der erst 1802 eingeweihte Alte Friedhof blieb den Mühlhäusern allerdings als bezaubernde Grünanlage und Ort der Erinnerung erhalten.

Adresse

Eisenacher Straße
99974 Mühlhausen

Wandbild "Die Geschichte von Mühlhausen/Thüringen"

Der Fassadenkünstler Marco Brzozowski hat einen 500 Quadratmeter großen Hausgiebel als Gesamtkunstwerk gestaltet, auf dem 21 Episoden aus der Stadtgeschichte Mühlhausens dargestellt sind.

Das große Bild fasziniert durch eine...

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Der Fassadenkünstler Marco Brzozowski hat einen 500 Quadratmeter großen Hausgiebel als Gesamtkunstwerk gestaltet, auf dem 21 Episoden aus der Stadtgeschichte Mühlhausens dargestellt sind.

Das große Bild fasziniert durch eine ausgeprägte Plastizität. Die gesamte Wand zeigt eine Burg, Licht und Schatten lassen Türme, Gänge, Balkone und Bögen hervor- oder zurücktreten. Die dargestellten Personen sind alle überlebensgroß ausgeführt. Ihre Körperhöhe reicht von zweieinhalb bis hin zu vier Metern. Wo es sich um historische Persönlichkeiten handelt, von denen alte Darstellungen bekannt sind, hat sich Marco Brzozowski an die Originale gehalten. Zu sehen sind unter anderem Thomas Müntzer und Johann Sebastian Bach, die in Mühlhausen gewirkt haben, oder auch Johann August Röbling, der 1806 in Mühlhausen geboren wurde. Dargestellt sind auch diverse Könige und Fürsten, die bei der Stadtentwicklung eine Rolle spielten. Von der urkundlichen Ersterwähnung 967 erstrecken sich die Bilder über den Dreißigjährigen Krieg, die Pestepedemie 1682 und die Befreiung durch amerikanische Truppen 1945 bis zum Mauerfall 1989. Ein paar Meter vom Kunstwerk entfernt ist für die Betrachter eine Tafel aufgestellt worden, mit der die Teilbilder erklärt werden.

Ein weiteres Werk des Künstlers befindet sich an einem Hausgiebel an der Unstrut und zeigt verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Adresse

Feldstraße 5a
99974 Mühlhausen

Hörstation Bach-Orgel Mühlhausen (Marienkirche)

Eine interaktive Erlebnisstation vor der Marienkirche lädt zum Hören originaler Bach-Werke ein. Der Besucher generiert durch das Treten des "Orgel-Pedals" selbst Strom, wodurch Musik erklingt. Das Modul ist kostenfrei zugänglich.... mehr anzeigen
Eine interaktive Erlebnisstation vor der Marienkirche lädt zum Hören originaler Bach-Werke ein. Der Besucher generiert durch das Treten des "Orgel-Pedals" selbst Strom, wodurch Musik erklingt. Das Modul ist kostenfrei zugänglich.

Adresse

Bei der Marienkirche
99974 Mühlhausen

Sounddusche in der Divi-Blasii-Kirche

Die imposante Hallenkirche Divi Blasii in der mittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen gilt als bedeutender Schaffensort Johann Sebastian Bachs und beeindruckt ihre Besucher mit einer unverwechselbaren Authentizität. Im...

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Die imposante Hallenkirche Divi Blasii in der mittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen gilt als bedeutender Schaffensort Johann Sebastian Bachs und beeindruckt ihre Besucher mit einer unverwechselbaren Authentizität. Im außergewöhnlichen Chorraum von Divi Blasii findet der Besucher fortan eine moderne und multimediale Aufbereitung wichtiger Informationen, integriert in ein historisches Chorgestühl. Die Medienstation bietet zahlreiche Tipps und visuelle Anregungen zur Erkundung von Bachs Wirkungsstätten. Mittels einer Sounddusche kommt der Besucher überdies, auf überraschend eindrucksvolle Weise, in den Genuss mehrerer an der historischen Orgel eingespielten Bach-Werke.

Adresse

Johann-Sebastian-Bach-Platz
99974 Mühlhausen

Inneres Frauentor

Im Nordwesten führte das Frauentor als eines der vier Haupttore der inneren Stadtmauer in die freie und Reichsstadt Mühlhausen. 

Wie alle Haupttore war es als Doppeltoranlage mit Zwinger angelegt. Dem inneren Frauentor –...

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Im Nordwesten führte das Frauentor als eines der vier Haupttore der inneren Stadtmauer in die freie und Reichsstadt Mühlhausen. 

Wie alle Haupttore war es als Doppeltoranlage mit Zwinger angelegt. Dem inneren Frauentor – ursprünglich als mehrstöckiger Turm ausgeführt – war ein niedrigeres Torhaus vorgelagert. Dazwischen flankierten Brüstungsmauern die Torgasse. Das „mittlere“ Frauentor, zur Unterscheidung zum Tor der äußeren Stadtmauer so bezeichnet, wurde 1830 abgerissen. Sein Grundriss ist im Straßenbelag dargestellt. Das innere Frauentor erhielt sein heutiges Erscheinungsbild 1655 nach einem Stadtbrand. Das vermauerte Stadtwappen stammt vom ehemaligen Pfortentor. Im 19. und 20 Jh. wurden neben dem Tor drei Pforten in die Stadtmauer gebrochen, um das stetig steigende Verkehrsaufkommen aufzunehmen.

Adresse

Am Frauentor 7
99974 Mühlhausen

An der Burg - ehemaliger Pfalzort

Die Burg und die Kaiserpfalz wurden erstmals 967 und 974 in Urkunden von König Otto I. erwähnt. Von dieser Zeit an bis weit ins 13. Jahrhundert hinein haben viele Herrscher in der Kaiserpfalz und der Burg Unterkunft gefunden. Das...

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Die Burg und die Kaiserpfalz wurden erstmals 967 und 974 in Urkunden von König Otto I. erwähnt. Von dieser Zeit an bis weit ins 13. Jahrhundert hinein haben viele Herrscher in der Kaiserpfalz und der Burg Unterkunft gefunden. Das bedeutendste historische Ereignis fand am 8. März 1198 statt, als Friedrich Barbarossas Sohn Philipp von Schwaben zum König gewählt wurde. Die Bürger von Mühlhausen, die nach mehr Autonomie strebten, ließen die Burg 1256 vollständig niederreißen. Einige der Steine eines Rundturms wurden zum Ausbau des Chors der Marienkirche verwendet, und einige der letzten Reste der Burg im Boden wurden entfernt und wiederverwendet, als eine örtliche Brauerei 1851 Bierkeller baute. An die ehemalige Festung erinnern Straßennamen in der Nähe und das 1998 eröffnete Einkaufszentrum Burggalerie. Es dauerte eine Weile, bis der König den Bürgern die gewaltsame Zerstörung der Burg im Jahr 1256 verziehen hatte.

Schließlich schenkte Heinrich VII. das Gelände 1310 dem nahe gelegenen Zisterzienserkloster Volkenroda, das es acht Jahre später an die Stadt Mühlhausen abtreten musste. In der Nähe der ehemaligen Burg befand sich der jüdische Friedhof, der bereits 1417 urkundlich erwähnt wurde und möglicherweise schon vor 1349 existierte. Der Friedhof wurde 1871 geschlossen und seine Grabsteine auf den neuen jüdischen Friedhof verlegt, um Platz für die Verbreiterung der Straße zu schaffen, die die Altstadt mit dem neu eröffneten Bahnhof verbindet.

Adresse

An der Burg 25
99974 Mühlhausen

Äußeres Frauentor

Das Äußere Frauentor ist das letzte erhaltene Stadttor der Äußeren Stadtmauer von Mühlhausen. Der Turmbau ist 35m hoch. Das gut erhaltene Bauwerk zählt mit zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Mühlhausen. Einst...

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Das Äußere Frauentor ist das letzte erhaltene Stadttor der Äußeren Stadtmauer von Mühlhausen. Der Turmbau ist 35m hoch. Das gut erhaltene Bauwerk zählt mit zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Mühlhausen. Einst gehörten 13 Haupttore zur ersten und zweiten Befestigungsanlage von Mühlhausen. Die fünf Vorstädte waren von einer wesentlich schwächeren Befestigung mit Wall und Graben umgeben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese äußere Befestigung der Anlage noch älter als die Innere ist. An den Durchlässen befanden sich Schlagbäume und zehn Tore, drei hohe quadratische Tortürme und sonst nur zweigeschossige Torhäuser.

Adresse

Johannisstraße
99974 Mühlhausen

Gerberei Stölcker

Felle von Waschbären und Füchsen hängen trocken im Gebälk. Auf einem Tisch stapeln sich Felle von Rotwild, auf einem anderen flauschige von Schafen. Wir sind in der Werkstatt von Jürgen Stölcker, dem vermutlich letzten Gerber in...

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Felle von Waschbären und Füchsen hängen trocken im Gebälk. Auf einem Tisch stapeln sich Felle von Rotwild, auf einem anderen flauschige von Schafen. Wir sind in der Werkstatt von Jürgen Stölcker, dem vermutlich letzten Gerber in ganz Thüringen. Der Senior ist einer, der dem Fuchs das Fell über die Ohren zieht, mit allen Wassern waschen und -eine Spezialität des Gerbers- so richtig vom Leder ziehen kann. Jürgen Stölcker ist stolz auf seinen uralten Beruf, auf seine Zunft, selbst heute noch, da er weiß, dass sie aussterben wird. Nach ihm wird vermutlich kein Handwerker wie er mehr die Felle gerben. Denn sein Beruf "ist nichts für zarte Seelen", wie er sagt. Wo ein Gerber arbeitet, riecht es nach totem Tier und süßlicher Chemie.

Wer die Werkstatt an der Zöllnersgasse betritt, überschreitet irgendwie auch die Schwelle in ein vergangenes Jahrhundert. Die funktionstüchtigen Maschinen haben längst historischen Wert und genießen den Status eines historischen Denkmals. Das Werkzeug stammt ebenso zum großen Teil noch von den Vorfahren aus dem alten Familienbetrieb, den Jürgen Stölcker in vierter Generation übernahm. Sein Urgroßvater eröffnete 1895 in dem damaligen Gerberviertel, durch das die Schwemmnotte fließt, diese Gerberei - damals eine von vielen.

Heute ist die Gerberei Stölcker in der Zöllnersgasse der letzte Vertreter der einst so bedeutenden Zunft in Mühlhausen. Führungen für Gruppen können über die Tourist Information Mühlhausen angefragt werden.

Adresse

Zöllnersgasse 5
99974 Mühlhausen

Helmut Peterseim Strickwaren GmbH

Die Stadt Mühlhausen ist seit Jahrhunderten als Textilstandort in Deutschland und Europa bekannt. Über viele Generationen hinweg wurden hier Textilien und die zur Herstellung und Bearbeitung erforderlichen Maschinen hergestellt....

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Die Stadt Mühlhausen ist seit Jahrhunderten als Textilstandort in Deutschland und Europa bekannt. Über viele Generationen hinweg wurden hier Textilien und die zur Herstellung und Bearbeitung erforderlichen Maschinen hergestellt. Schon damals galten kurze Wege als Erfolgsfaktor. Im Haus der Erfurter Straße 3 wurde erstmals 1762 eine Tuchfabrik erwähnt, mit Lieferbeziehungen nach Genua, Neapel, Prag, Triest, Venedig, London, St. Petersburg und Konstantinopel. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieben hier die Herren Lutter und Wechmar eine Garnhandlung. Von 1898 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts führte die Familie Wechmar hier eine Wollfabrik. Danach entstand in dem Gebäudekomplex inmitten der Altstadt eine kleinere Strickerei, die bis zur politischen Wende 1989 on verschiedenen Inhabern geführt wurde.1990 gründete Helmut Peterseim die gleichnamige Strickwarenfabrik.

In der touristischen Hauptsaison werden regelmäßig Führungen durch die Manufaktur angeboten.

Adresse

Erfurter Straße 3
99974 Mühlhausen

Obermarkt

Das Areal der königlichen Pfalz gewann seit dem 12. Jh. allmählich städtischen Charakter. Die Stadtmauer des frühen 13. Jhs. schloss den alten Pfalzbereich bereits ein und im Jahr 1221 wird die Neustadt erstmals mit der Nennung...

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Das Areal der königlichen Pfalz gewann seit dem 12. Jh. allmählich städtischen Charakter. Die Stadtmauer des frühen 13. Jhs. schloss den alten Pfalzbereich bereits ein und im Jahr 1221 wird die Neustadt erstmals mit der Nennung eines dortigen Pfarrers erstmals erwähnt. Der Markt als Voraussetzung städtischer Entwicklung entstand östlich der Marienkirche und des Vorgängerbaues der Brotlaube und erstreckte sich mit dem Salz- und Krautmarkt bis Grase- und Bollstedter Gasse. Die Markttage am Mittwoch, der mit dem Untermarkt alternierende Wochenmarkt und Jahrmärkte prägten das Marktgeschehen. Bäcker und Fleischer verkauften ihre Ware in der Brotlaube und in dem 1577 aus Steinen der aufgegebenen Johanniskirche erbauten Fleischhaus, nachdem die älteren Fleischbänke abgebrochen worden waren. Die Brotlaube diente auch den Gewandschnittern zum wettergeschützten Verkauf ihrer wertvollen Tuche.

Die Gerichtsbarkeit über Leib und Leben hatte der König dem Mühlhäuser Rat übertragen und so den Status als Reichsstadt befestigt. Der Rat übte dieses Recht in der Pfalztradition symbolträchtig auf dem Obermarkt aus. Besonders Vergehen gegen den Rat wie im Bauernkrieg 1525 mit der Hinrichtung eines Bürgermeisters des „Ewigen Rates“ und den Hinrichtungen der Anführer der Bürgerrebellionen von 1630 und 1734 wurden hier öffentlichkeitswirksam bestraft. Geringere Missetaten wie Diebstahl wurden mit dem 1675 errichteten Trillhäuschen geahndet, in dem überführte Täter bis zur Ohnmacht gedreht wurde. Dem besonderen Charakter des Obermarktes entsprach auch, dass hier „Staatsakte“ wie die Verkündung der Statuten der Stadt nach der Durchsetzung der Reformation 1566, die Huldigungen der Kaiser nach deren Wahl, an ihren Geburtstagen und zur der Geburt von Prinzen und Prinzessinnen, die Begrüßung durchreisender Fürsten sowie Sieges- und Friedensfeiern zelebriert wurden.

Mit dem Bau des Postgebäudes 1882 anstelle des Fleischhauses wurde der Obermarkt als Postplatz bezeichnet, bis er 1990 seinen historischen Namen zurückerhielt. Mit der Restaurierung der Brotlaube und der Bürgerhäuser im Umfeld, der Umgestaltung des Platzes 1998/99 und der fest etablierten Marktnutzung wurde der Obermarkt ein würdiger Zentralort unserer Stadt.

Adresse

Obermarkt
99974 Mühlhausen

Untermarkt

Die Stadt Mühlhausen entstand bei der seit dem 10. Jahrhundert nachweisbaren Königspfalz, die an der Stelle einer Furt über die Unstrut errichtet worden war, auf die verschiedene Verkehrswege zuführten. Diese Lage beförderte die...

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Die Stadt Mühlhausen entstand bei der seit dem 10. Jahrhundert nachweisbaren Königspfalz, die an der Stelle einer Furt über die Unstrut errichtet worden war, auf die verschiedene Verkehrswege zuführten. Diese Lage beförderte die rasche Entwicklung der Stadt als bedeutendes Handelszentrum. Der Nachweis einer Münzstätte des 12. Jahrhunderts ist Indiz für entstehende Geldwirtschaft, die einen Markt voraussetzt. Der Untermarkt als Hauptmarkt der Altstadt entwickelte sich zum wirtschaftlichen Zentrum mit der Blasii-Kirche als Mittelpunkt. Die Bauern des Umlandes versorgten die Einwohner mit Lebensmitteln und Fernhändler vermittelten den Austausch wertvoller Handwerksprodukte. Wochen- und Jahrmärkte prägten das Marktgeschehen. In der im Jahr 1304 erstmals erwähnten Tuchlaube im Nordosten des Marktes wurden die wertvollen Stoffe gehandelt. Hier befand sich auch der Töpfermarkt. Mit dem Bau der Stadtmauer im frühen 13. Jh. führten drei der vier Haupttore zum Untermarkt. Die Höfe der Klöster Volkenroda (Nr. 17) und Beuren (Nr. 7) sowie der des Deutschen Ordens in der Altstadt (Kristanplatz 1) mit der Annenkapelle im Südwesten des Platzes deuten bereits auf eine repräsentative Bebauung. Der ehemalige Ordenshof wurde 1715/1716 als Superintendentur unter Einbeziehung der Annenkapelle neu errichtet. Als Mühlhausen im Jahr 1802 Preußen angegliedert wurde, beanspruchten die neuen Herren die Tuchlaube als ihre Hauptwache. Der Blasii-Kirchhof wurde aufgelassen und als Exerzierplatz gepflastert, wodurch der Untermarkt erheblich nach Westen erweitert wurde.

Die repräsentativen Häuser, die heute den Untermarkt prägen, wurden in ihrer Mehrheit im 18. Jh. erbaut. Optisch sticht das schmale, sich weit in die Brunnenkreßstraße erstreckende Fachwerkhaus aus dem Jahr 1631 (Nr. 15) hervor, in dem bis heute wie schon seit 1415 an dieser Stelle eine Bäckerei zu Hause ist. Den östlichen baulichen Abschluss des Marktes bildet das 1999/2000 erbaute Hauptgebäude der Sparkasse Unstrut-Hainich. Im Jahr 2006 wurde der Marktplatz umgestaltet und der Lauf des Popperöder Baches wieder geöffnet. Ein Denkmal für den in Mühlhausen geborenen Johann August Röbling, der in den USA als Erbauer von Drahtseilhängebrücken berühmt wurde, ist 2007 mit Spenden Mühlhäuser Bürger und Firmen errichtet worden. Ein solches Engagement ermöglichte auch die Schaffung Denkmals für Johann Sebastian Bach 2009 an der Blasii-Kirche, seiner einstigen Wirkungsstätte. Ihm zu Ehren wurde der westliche Teil des Untermarktes 1950 als Bach-Platz benannt.

Adresse

Untermarkt
99974 Mühlhausen

Steinweg

Viele prunkvolle errichtete historische Gebäude befinden sich in der Fußgängerzone am Steinweg, die ein beliebter Ort sowohl zum Einkaufen und als auch zum Einkehren ist.

Zur Geschichte:

Der Steinweg erhielt seinen Namen durch das...

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Viele prunkvolle errichtete historische Gebäude befinden sich in der Fußgängerzone am Steinweg, die ein beliebter Ort sowohl zum Einkaufen und als auch zum Einkehren ist.

Zur Geschichte:

Der Steinweg erhielt seinen Namen durch das hier verlegte Pflaster. Die Straße veränderte sich im Verlauf der Zeit. Hier dominieren Bauten aus dem Spätklassizismus und der Neorenaissance. Neben Neubauten wurden alte Häuser mit neuen Fassaden verblendet. Zu DDR- Zeiten erfolgte im Bereich Oberer Steinweg die Gestaltung eines Boulevards. Heute ist der Steinweg eine beliebte Flaniermeile.

Adresse

Steinweg
99974 Mühlhausen

Kornmarkt

In der Altstadt erstreckt sich zwischen Linsen- und Ratsstraße der Kornmarkt. Er wird von der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner beherrscht, deren Kloster sich einst nördlich bis zur Schwemmnotte erstreckte. Das Areal...

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In der Altstadt erstreckt sich zwischen Linsen- und Ratsstraße der Kornmarkt. Er wird von der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner beherrscht, deren Kloster sich einst nördlich bis zur Schwemmnotte erstreckte. Das Areal zwischen Felchtaer Straße und Walstraße war bis zum Bau des Klosters und des Rathauses im 13. Jahrhundert unbebaut. Der heutige Kornmarkt wurde zum Friedhof für diejenigen Mühlhäuser, die sich vom Bettelorden der Franziskaner seelsorgerisch besser betreut fühlten als von den Pfarrern des Deutschen Ordens. Die Mönche wurden im Klosterkreuzgang nördlich der Kirche bestattet.

Nach der Durchsetzung der Reformation 1566 diente der Friedhof bis zu seiner Aufhebung 1584 den verbliebenen Katholiken der Stadt. Danach wurde dort Korn gehandelt, was namengebend wurde. Mit der Annexion der Reichsstadt 1802 durch Preußen wurde die Stadtwaage in der Kirche untergebracht und später im Schiff Kornböden und im Chor Wohnungen eingebaut. Zwei Hotels und eine Buchhandlung prägten vom 19. bis zum 20. Jahrhundert den Kornmarkt. Im Vorfeld des 450. Jahrestages des Bauernkrieges 1975 wurde die Kirche saniert und ein Bauernkriegsmuseum in ihr untergebracht, was zu einer Aufwertung des Platzes führte. Zum 500. Geburtstag Thomas Müntzers 1989 wurde der Kornmarkt neu gestaltet, wobei die Basis der Kirchenportale freigelegt wurde. Anfang der 1990er-Jahren wurde das Fachwerkgebäude der ehemaligen Löwen-Apotheke auf der Südseite des Platzes saniert und dient seither als Brauereigasthof, was zur Belebung des Kornmarkts wesentlich beiträgt.

Adresse

Kornmarkt
99974 Mühlhausen

Linsenstraße

Viele malerische und historische Gebäude befinden sich in der Fußgängerzone der Linsenstraße, die ein beliebter Ort sowohl zum Einkaufen als auch zum Einkehren ist. Jährlich bietet der Sommerabend in der Linsenstraße ein...

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Viele malerische und historische Gebäude befinden sich in der Fußgängerzone der Linsenstraße, die ein beliebter Ort sowohl zum Einkaufen als auch zum Einkehren ist. Jährlich bietet der Sommerabend in der Linsenstraße ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm, von der Modenschau bis zu kulinarischen Spezialitäten.

Zur Geschichte:

Von einem Hof der Familie Linse erhielt die Linsenstraße ihren Namen. Die Straße führt über den Bachlauf der Schwemmnotte.

Adresse

Linsenstraße
99974 Mühlhausen

Blobach

Von diesem Platz bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die mittelalterliche Stadt - die Innere Stadtmauer mit vorgelagertem Wall- und Graben-System sowie einem erst im Jahr 2001 wiederentdeckten Aquädukt. Über dieses wurde ab...

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Von diesem Platz bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die mittelalterliche Stadt - die Innere Stadtmauer mit vorgelagertem Wall- und Graben-System sowie einem erst im Jahr 2001 wiederentdeckten Aquädukt. Über dieses wurde ab um 1292 der Bachlauf der Breitsülze in die Oberstadt geleitet. Mittels eines eigens angelegten Kanals von 5 km bei einem minimalen Gefälle von nur 1,80 m wurde der Bachlauf von der Quelle bis zur Stadt herangeführt, wo er gleich jenseits der Mauer die Antoniusmühle antrieb und sich danach in mehrere Straßenbäche verzweigte. Unmittelbar daneben erinnert das 1957 von Will Lammert geschaffene Denkmal Thomas Müntzers an den radikalen Reformator, der 1524/25 in Mühlhausen wirkte und nach der Niederlage im Bauernkrieg vor der Stadt hingerichtet wurde. Vor dem 1655 errichteten Inneren Frauentor, dem einzig erhaltenen des inneren Stadtmauerrings, ist im Straßenbelag der Standort des ehemaligen Mittleren Frauentores markiert. Der Name „Frauentor“ rührt daher, dass die Straße hindurch bis zur Marienkirche, geweiht der hl. Jungfrau Marie, führt. Raben- und Hospitalturm, die Vorstadtkirche St. Petri und innerhalb der Stadtmauer der Dachreiter der Hospitalkapelle von St. Antoinus, der Mittelturm der Marienkirche, der höchste Kirchturm Thüringens, die Türme der Jakobikirche sowie all die anderen Kirch- und Stadtmauertürme brachten Mühlhausen den Beinamen der turmgeschmückten Stadt ein. Wenden wir den Blick nach Westen, fällt er auf das eindrucksvolle Äußere Frauentor, letzte Erinnerung an die einstige äußere Stadtmauer, die zusätzlich zur Kernstadt auch die Vorstädte ab Mitte des 14. Jahrhunderts schützte. Vom Äußeren Frauentor am nördlichen Blobach entlang führt die Johannisstraße, die nach der 1577 abgebrochenen Johanniskapelle benannt ist. An deren Standort wurde im 19. Jahrhundert die Reithalle der in Mühlhausen stationierten preußischen Ulanen errichtet.

Das Wasser des neben der Straße fließenden Breitsülzenbaches ermöglichte im Mittelalter das Wässern der holzigen Flachsstengel, die dann „geblowt“ (geschlagen) wurden, um sie von den Leinenfasern im Inneren zu trennen. Dies gab dem „Blo(w)bach“ seinen Namen. Der Flachsanbau für die Leinenweberei wurde im 19. Jahrhundert von der billigeren Baumwolle verdrängt.

Das 1845 erbaute Garnisionszeughaus (Nr. 1a) und ein Wohnhaus an der Stelle der im Jahr 1313 erbauten und 1983 abgebrannten Blobachsmühle schließen den Platz im Westen ab. Die 1851 erbaute Bonifatiuskapelle in der südlichen Häuserreihe war das erste Sakralgebäude der nach dem Ende der reichsstädtischen Zeit 1802 wieder entstandenen katholischen Gemeinde.

Neben der profanen Nutzung als innenstadtnaher Parkplatz dient der Blobach während des Frühlingsfestes und der Stadtkirmes als Höhepunkt der traditionellen Volksfeste als Rummelplatz.

Adresse

Blobach
99974 Mühlhausen

Ehemaliges Pulverhäuschen

Im 19. Jh. wurde Mühlhausen Garnisonsstadt. Außerhalb der Stadt wurde an der Hollenbacher Landstraße ein Exerzierplatz angelegt. Der sicheren Lagerung von Munition für Schießübungen diente das 1869/70 errichtete sogenannte...

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Im 19. Jh. wurde Mühlhausen Garnisonsstadt. Außerhalb der Stadt wurde an der Hollenbacher Landstraße ein Exerzierplatz angelegt. Der sicheren Lagerung von Munition für Schießübungen diente das 1869/70 errichtete sogenannte Pulverhäuschen. Der schlichte Funktionsbau war eingeschossig auf quadratischer Grundfläche von 64 m2 errichtet worden.

In diesem beengten, damals zudem völlig heruntergekommenen Gebäude ohne Wasseranschluss, ohne sanitäre Anlagen und ohne jegliche Inneneinrichtung wurden im September 1939 zwei Familien mit insgesamt 12 Personen aus dem Saargebiet zwangseingewiesen. Ab dem 31. Oktober 1939 kamen weitere 19 Personen aus Uengsterode, Kr. Witzenhausen, hinzu. Im Folgejahr musste auch eine große Familie aus Mühlhausen hierher umsiedeln. Unter menschenunwürdigsten Bedingungen waren im Pulverhäuschen und in mitgebrachten Wagen mindestens 48 Männer, Frauen und Kinder gettoisiert, die als Sinti und Roma durch die Nürnberger Rassegesetzte entrechtet worden waren.

Im März 1943 wurden sie ins Vernichtungslager Auschwitz und andere Konzentrationslager deportiert. Nach der Befreiung kamen die Überlebenden der Mühlhäuser Familie hier zuerst wieder unter. 1951 konnten sie Wohnungen in der Stadt beziehen. Das Pulverhäuschen wurde noch im selben Jahr abgerissen.

Adresse

Hollenbacher Landstraße
99974 Mühlhausen