Diese Webseite ist Teil des Projektes „Neugestaltung der touristischen Wegweisung der Stadt Mühlhausen/Thüringen“, das im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen gefördert wird.
Staatliche Vogelschutzwarte Seebach
Seit dem 12. Jahrhundert begegnen Angehörige einer nach Seebach benannten Ministerialenfamilie im Umfeld der Landgrafen von Thüringen. Der ursprüngliche Ort mit einer älteren Befestigung lag etwa zwei Kilometer nordöstlich und wurde im Spätmittelalter „Niederseebach“ genannt, bevor er im 16. Jahrhundert wüst fiel. Mitte des 13. Jahrhunderts gründete Albert von Seebach, ein jüngerer Bruder dieser Generation, eine neue Burg – die heutige Vogelschutzwarte. In deren Umfeld entwickelte sich rasch ein zweiter Ortsteil, zunächst als „Oberseebach“ bezeichnet, der seit dem Verschwinden der älteren Siedlung den Namen „Seebach“ trägt.
Von der mittelalterlichen Burg sind mit den beiden parallel zueinander errichteten Rechteckbauten bedeutende Teile erhalten. Den Zwischenraum nahm ursprünglich ein Hof ein. Erst ab 1911 verband ein Zwischenbau die mittelalterlichen Häuser. Die Niederungsburg war von einem Graben und einer Zwingermauer umgeben. Im Nordosten schloss sich ein zusätzlich gesichertes Vorburgareal an, das Wirtschaftsgebäude und Stallungen beherbergte. Dieser Bereich wurde in jüngerer Zeit vollständig überbaut.
1523 erwarb Hans Sittich von Berlepsch (um 1480–1533) die Herrschaft Seebach mit der Burg. Als Amtmann von Eisenach und Burghauptmann der Wartburg war er zuvor Verwahrer und Gastgeber Martin Luthers bei dessen Aufenthalt 1521/22. Im Bauernkrieg wurde Seebach am 30. April 1525 geplündert und die Burg schwer beschädigt. Hans Sittich von Berlepsch geriet in Gefangenschaft der aufständischen Stadt Mühlhausen. Nach der Befreiung erhielt er zwar seinen Besitz zurück und wurde für den erlittenen Schaden teilweise entschädigt, doch verlor er die landesherrlichen Ämter in Eisenach und auf der Wartburg. Ab 1527 baute er seinen Sitz in Seebach wieder auf. Vier Jahrhunderte blieben der Ort und die Burg im Besitz seiner Nachkommen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewohnte Hans Freiherr von Berlepsch (1857–1933) das Schloss Seebach. Er durchlief eine Offizierskarriere bis zu seiner Entlassung als Oberstleutnant am Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Der begeisterte Ornithologe gilt als einer der Begründer des wissenschaftlichen und praktischen Vogelschutzes. Sein Werk „Der gesamte Vogelschutz. Seine Begründung und Ausführung“ von 1899 erlebte bis 1929 zwölf Auflagen und wurde in sechs Sprachen übersetzt. 1923 verlieh ihm die Philosophische Fakultät der Universität Halle-Wittenberg die Ehrendoktorwürde. Sein schlichtes Grab auf dem Dorffriedhof mit einer im Boden eingelassenen Vogeltränke erinnert mit der Inschrift auf dem Grabkreuz an „Dr. h.c. Hans Frhr. v. Berlepsch. Altmeister des deutschen Vogelschutzes. 1857–1933“. In Seebach gilt der „Vogelbaron“ neben dem preußischen Staatsminister und Sozialreformer Hans Hermann von Berlepsch (1843–1926) aus anderer Linie der Familie als prägende Persönlichkeit der Ortsgeschichte.
Berlepsch setzte seine ornithologischen Kenntnisse, die er durch Beobachtungen in der Heimat und auf Studienreisen erworben hat, gezielt für den Vogelschutz ein. Er konzipierte erste Nistkästen, darunter die in Serie produzierte „von Berlepsche Nisthöhle“, wintersichere Vogelhäuschen und die Futterglocke.1884/85 gestaltete er im Umfeld des Schlosses Seebach einen Vogelschutzpark mit etwa 100 künstlichen Nistgelegenheiten. Er trug maßgeblich dazu bei, dass 1908 das „Vogelschutz-Gesetz für das Deutsche Reich“ erlassen wurde. Sein eigenes Anwesen widmete er ganz der Ornithologie, das im selben Jahr von der Königlich-Preußischen Landes-Regierung zur „Staatlich anerkannte Versuchs- und Musterstation für Vogelschutz“ ernannt wurde. Von 1911 bis 1914 wurde das Schloss unter Berücksichtigung des Vogelschutzes umfassend umgebaut und diente als Versuchsstation mit wissenschaftlichem Leiter und mehreren Gehilfen.
Damit legte Hans Hermann von Berlepsch den Grundstein für die älteste Vogelschutzwarte Deutschlands. Heute ist die „Staatliche Vogelschutzwarte Seebach“ Teil der Fachbehörde im „Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz“ (TLUBN) ist. Zu ihren Aufgaben gehören die wissenschaftliche Arbeit, die fachliche Beratung von Behörden, Verbänden und Privatpersonen in Fragen der Vogelkunde und des Vogelschutzes, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Betrieb einer Auffang- und Pflegestation.


Adresse
Staatliche Vogelschutzwarte SeebachLindenhof 3
99998 Mühlhausen/Thüringen OT Seebach
Tel: +49 3601 7891018
E-Mail: verein@vogelschutzwarte.de
Web: https://www.vogelschutzwarte.de
öffentlich Zugänglich
Haustiere erlaubt
freier Eintritt
Rauchen verboten
Fotografieren erlaubt
Toilette
Besucherinformationen
Weitere Informationen
Das könnte für Sie interessant sein
weitere Sehenswürdigkeiten
rechtliche Informationen
Firmierung
Verein der Freunde der Vogelschutzwarte e.V., H.-M. Menge
Lindenhof 3
99998 Mühlhausen/Thüringen OT Seebach
Tel: +49 3601 7891018
E-Mail: verein@vogelschutzwarte.de
Vermittler
Wirtschaftsbetriebe Mühlhausen GmbH
Windeberger Landstraße 73
99974 Mühlhausen
Tel.: +49 3601 404770
E-Mail: service@touristinfo-muehlhausen.de
Haftungsausschluss
Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Ebenso enthält die Seite Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte und Links können wir keine Gewähr übernehmen. Weitere Informationen hier!
Diese Webseite ist Teil des Projektes „Neugestaltung der touristischen Wegweisung der Stadt Mühlhausen/Thüringen“, das im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen gefördert wird.







