


Die Höngedaer Feuerwehr
Schon aus dem 18. Jahrhundert gibt es Berichte zu einem organisierten Löschwesen in Höngeda.Aus jedem Haus war eine männliche Person im Alter zwischen 18 und 60 Jahren zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Das war bei immer wiederkehrenden großen Bränden dringend erforderlich. So wird von einem Brand berichtet, der am 6. Februar 1750 ausbrach und Häuser und Ställe vernichtete. Mit Wassereimern und Feuerhaken war nur wenig gegen die lodernden Flammen auszurichten, deshalb wurde 1761 eine Wendehalsspritze
zur Brandbekämpfung angeschafft. Die Geräte und Ausrüstungen für die Feuerwehr waren im „Spritzenhaus“ untergebracht. Dieses wurde 1855 vom Angerbrunnen (Schenke) linksseitig an die Landstraße Ecke Pfarrgasse verlegt. Im Jahr 1872 wurde eine Saug- und Druckspritze von der Gemeinde angeschafft, mit der man zugleich die Pflichtfeuerwehr ins Leben rief. Um dem Problem der Löschwasserversorgung zu begegnen, errichtet die Dorfgemeinschaft an der Schildchenbrücke eine Löschwasserentnahmestelle. Sie wurde 1924 erneuert und ausgebaut. Neben der Entnahmestelle entstand 1937 ein neues Spritzenhaus mit Schlauchturm. Bereits drei Jahre zuvor, am 26. April 1934 erwarb die Höngedaer Feuerwehr eine Motorspritze. Mit der Erschließung des Gewerbegebietes und dem Bau der Förderschule „Janusz Korczak“ entstanden neue Anforderungen an die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, die durch den Bau eines modernen Geräteund Mannschaftshauses im Jahr 2005 am Thomas-Müntzer-Weg erfüllt wurden.
Bilder zur Höngedaer Feuerwehr




Geschichte der Höngedaer Feuerwehr
Die Brandbekämpfung war lange Zeit Angelegenheit des ganzen Dorfes und allgemeine Bürgerpflicht. Jeder musste im Brandfall mithelfen, da meist das ganze Dorf gefährdet war.
Die ersten Aufzeichnungen zu Bränden stammen aus dem Jahre 1590, als es in der Berlingasse brannte. Besonders schlimm war es 1598 als 7 Wohnhäuser mit Scheunen und Ställen abbrannten. In der Chronik der Stadt Mühlhausen wird von einem Feuer in Höngeda am 6. Februar 1750 berichtet:“ abends 9 Uhr brannte es bei Haserden im Stall, weitere Häuser und Ställe brannten ab.“ Da die Brandschäden oft die ganze Dorfgemeinschaft ins Unglück stürzten, wurden Maßnahmen ergriffen die Brände schnell und effektiv zu bekämpfen.
Im Jahr 1761 wurde in Höngeda eine Wendehalspumpe angeschafft und es kam zur Gründung des ersten organisierten Löschwesens in Höngeda. Es war aus jedem Haus mindestens 1 männliche Person zwischen 18 und 60 Jahren zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Es wurde auf ein Jahr der Spritzenmeister mit seinen Gehilfen gewählt und festgelegt, wer „wenn ein Unglück im Ort entstehen sollte, zu den Feuerhaken und Leitern greift“. Diese Mannschaft bestand aus 8 Personen, zusätzlich wurden 6 Wasserträger namentlich festgelegt.
Die Mannschaft sollte nicht nur im eigenen Ort das Feuer bekämpfen, sondern wurde auch für den Dienst bei Feuern in umliegenden Ortschaften eingesetzt. Die Spritzenmeister waren von allen Gemeinde- und Frondiensten befreit. Der erste namentlich bekannte Spritzenmeister ist 1776 Nicolaus Listemann. Zu seiner Mannschaft gehörten Michael Schmidt, Just Ludwig, Andreas Genzel, Georg Standhardt, Georg Sack, Georg Propst, Michael Genzel und Bernhard Pflock.
1820 legt das Dorfgericht fest, “daß wenn unsere Spritze ausfährt und kommt in ein anderes Dorf, wo die Spritzenleute und Anspänner (Bauern mit Pferden) nichts erhalten, so sollen die Leute an der Spritze von der eigenen Gemeinde Korn und jeder der Mannschaft für ihren Dienst ein Brot bekommen.”
Auch in den folgenden Jahren bliebt der Ort vor Feuern nicht verschont, so brach 1826 Ende Januar im Hause von Christoph Lerp eine Feuerbrunst aus, die das ganze Gehöft und auch das des Nachbarn Schreiber zerstörte. Aber schon im Jahr 1825 kommen die Höngedaer den Bollstedter Einwohnern zu Hilfe, als an der Kirchgassen und Riethstraßen-Ecke ein Brand ausbricht. Auch 1838 waren die Höngedaer gleich zur Stelle, als im Juni in Bollstedt 7 Scheunen und Ställe in Flammen stehen.
- 1845 bricht auf dem Gut ein großer Brand aus – die Stallungen brannten nieder. Pächter Hennecke vermutete Brandstiftung, das konnte aber nie geklärt werden. Nur 5 Jahre später, am Sonntag, dem 10.November 1850 brannte die Hintergebäude und zum Teil auch die zugehörigen Wohngebäude in der Trift 8 nieder. Das Feuer, wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit entstanden, hatte sich, durch einen starken Westwind angetrieben, rasch über die Gehöfte verbreitet und vernichtete den ganzen Frucht- und Futtervorrat. 42 Spritzen aus verschiedenen- Orten bekämpften das Feuer. Die Seebacher Spritze war zuerst zur Stelle. 1857 eilten die Männer aus Höngeda ihren Nachbarn in Seebach zu Hilfe, als dortein Brand ausbrach.
- 1859, als in Folge eines defekten Schornsteins ein Feuer ausbrach, konnte durch schnelles Handeln Schlimmeres verhindert werden.
- 1865 wurden die Häuser in der sogenannten “Ecke” ein Raub der Flammen.
- Schon um das Jahr 1860 wurde die Feuerwehr auch über die einzelnen Ortschaften hinaus organisiert. Der damalige Kreis Mühlhausen war in 7 Feuerbezirke eingeteilt. Höngeda gehörte, zusammen mit Ammern, Görmar, Bollstedt, Groß- und Kleingrabe, zum 2. Bezirk.
Es gab auch amtliche Vorschriften zur Einweisung der betroffenen Bürger in ihre Aufgaben und Pflichten: Alljährlich werden vom Schulzen (Bürgermeister) in jeder Ortschaft, einem jedem der zum Feuerlöschdienst verpflichteten Einwohner die Verrichtungen bezeichnet, die ihm im kommenden Jahr beim Feuerlöschwesen obliegen. Es werden die einen zum Dienst bei der Feuerspritze, als Spritzenmeister, als Fuhrleute, als Druckmannschaften ect., die anderen als Feuerläufer nach jedem der benachbarten Orte, noch andere zur Rettung der beweglichen Sachen usw. bestimmt. Dem Schulzen obliegt die Leitung der Löschanstalten, bis das der Feuerkommissarius, respective der Königliche Landrat, eintrifft.
Die Gemeinde investierte deshalb weiter in die Ausrüstung und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Im Jahr 1872 wurde eine Saug- und Druckspritze von der Gemeinde angeschafft, mit dieser Anschaffung wurde die Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen. Es wurde Leute bestimmt, die mit dieser Spritze den Löschdienst bei einem Brande leisten mussten. Als Führer sind benannt, der Landwirt Heinrich Schreiber, Landwirt Adolf Luhn und bis zum Jahr 1919 der Landwirt Oskar Schmidt, dann übernahm die Führung der Landwirt Theodor Schwarzkopf.
Im Jahr 1855 erfolgte die Verlegung des Spritzenhauses, weg aus der Nähe des Angerbrunnens, vor das Dorf an die Chaussee Richtung Langensalza, Ecke Pfarrgasse.
Eine schlimme Feuersbrunst ereignete sich am 12. März 1914, als der Gasthof abbrannte, auch die Nachbargehöfte von Ahlborn, Schmidt, Abe und Schwarzkopf waren betroffen. Insgesamt wurden 5 Wohnhäuser und 12 Wirtschaftsgebäude ein Opfer der Flammen, der Gasthof „Zum schwarzen Roß“ wird vollständig vernichtet.
Der schwierigste Punkt im Ort war die Löschwasserversorgung, da der Felchtaer Bach (Himbach) von der Mitte des Dorfes gerechnet ca.250 Meter entfernt ist. Es wurde daher, nach der Anschaffung der Saug- und Druckspritze, an der Schildchenbrücke eine behelfsmäßige Wasserentnahmestelle errichtet. Trotzdem konnte das Wasser in die abgelegensten Straßen, z.B. Ziegelei, obere Landstraße, Pfarrgasse und Birkenallee (Scherbentalstraße), nicht herangeschafft werden. Im Jahr 1924 wurde die Löschwasserentnahmestelle an der Schildchenbrücke erneuert und als ausreichend ausgebaut und später ein Feuerlöschteich direkt neben der Ziegelei gebaut.
- Im Jahr 1926 erfolgte die Gründung der freiwilligen Feuerwehr Höngeda aus 35 Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr, erster, gewählter Wehrführer war Theodor Schwarzkopf.
- Ein neues Gerätehaus mit Steigerturm wurde 1937 neben der Wasserentnahmestelle an der Schildchenbrücke gebaut.
- Ab 1940 gab es in Höngeda die erste Jugendfeuerwehr, deren Mitglieder waren: Karl Schäffer, Reinhard Schreiber, Rudi Muskat, Walter Huhnstock, Günter Abe, Fritz Bischoff, Erich Schill, Walter Hohlstein, Hermann Jessing, Horst Fechner.
Aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind keine Brandereignisse überliefert, erst am 02.11.1941 kam es zu einem Scheunenbrand bei Reinold Volkgenannt in der Neuen Straße 13.
Auch die Ziegelei blieb nicht von Brandereignissen verschont. Durch die beiden Öfen, die mit offenen Kohlefeuern betrieben wurden und die angrenzenden Holzkonstruktionen für die Ziegeltrocknung, bestand eine permanente Brandgefahr. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1949 brannte die komplette Maukhalle wegen Überhitzung des Schornsteins ab. Noch schlimmer kam es am 11. Juli.1962, als der neue Ofen und die angrenzenden Gebäude komplett abbrannten. Die Flammen gingen über den hohen Schornstein des Ofens hinaus und waren bis an die Kreisgrenzen, wie in Marolterode zu sehen.
Bis zum Jahr 1976 dauerte es ehe auch die erste Frauenabteilung in der Feuerwehr gegründet wurde, die Gründungsmitglieder waren: Julia Aderhold, Eva Bischoff, Petra Seidel, Margarete Schwarzkopf, Edelgard Dennstedt, Karin Brückner, Heidrun Weinert, Monika Abe, Miltraut Hasert und Barbara Listemann.
Der Neubau der Förderschule am Thomas-Müntzer-Weg, sowie die Bebauung am Vogteier Weg stellten neue Anforderungen an die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Das Gerätehaus am Schildchen war dringend sanierungsbedürftig und auch in Lage, Größe und Ausstattung nicht für die erweiterten Aufgaben geeignet. So wurde am Thomas-Müntzer-Weg ein neues Gerätehaus geplant, das 2005 in Dienst gestellt werden konnte.
Zum letzten großen Brand in Höngeda kam es in der Nacht vom 02. zum 03. Oktober 2011, als ein Brand an einem Einfamilienhaus am Vogteier Weg ausbrach. Der Brand wurde wahrscheinlich durch die am Haus installierte Photovoltaikanlage ausgelöst. Der entstandene Sachschaden wurde auf etwa 250.00 € geschätzt. Die Hausbewohner und ein Gastkind blieben unverletzt.
Der aktuelle Feuerwehrverein besteht aus 78 Mitgliedern, davon 26 in der Einsatzabteilung, 15 in der Jugendfeuerwehr, 14 in der Alters- und Ehrenabteilung und 10 in der Frauenabteilung. 14–tägig treffen sich sowohl die Einsatzabteilung als auch die Jugendfeuerwehr zur Ausbildung.Der Tag der offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr Höngeda findet alljährlich am ersten Wochenende nach dem 01. Mai statt.
Wie jeder Verein leben wir vom Mitmachen und um auch in Zukunft weiter aktiv zum Dorfleben beisteuern zu können, freuen wir uns über jeden, der uns bei unseren Aufgaben in der Jugendfeuerwehr, der Einsatzabteilung und im Verein tatkräftig unterstützen möchte, und natürlich auch über alle Gäste zu unseren Veranstaltungen.

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