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Städtebauliche Konzepte der Stadt Mühlhausen

Städtebauliche Konzepte bilden eine Grundlage, um die Entwicklungspotenziale einer Stadt auszuloten und Perspektiven für dessen zukünftige Nutzung darzustellen. Die Inhalte dieser Kozente bilden oftmals die Vorstufe zu weiterführenden konkreten Planungen oder geben Richtungen für eine künftige Entwicklung vor. 

Städtebauliche Konzepte der Stadt Mühlhausen

I. Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Stadt Mühlhausen

Das ISEK dient als Handlungs- und Entscheidungsgrundlage in Fragen der Stadtentwicklung bis zum Jahr 2030. Die darin aufgeführte inhaltliche und räumliche Strategie ist bei der weiteren kommunalen Planung maßgeblich zu berücksichtigen. Das ISEK 2018 bildet eine solide Basis für weitere Planungen (z. B. Überarbeitung des Flächennutzungsplans).

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) wurde in der Stadtratssitzung am 26.04.2018 von den Stadträten beraten und einstimmig beschlossen.

II. Einzelhandelskonzept der Stadt Mühlhausen

Die Stadt Mühlhausen verfügt über ein Einzelhandelskonzept. Darin sind Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Einzelhandels in der Stadt Mühlhausen festgelegt. Vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung im Einzelhandel werden Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Einzelhandels in Mühlhausen sowie zur Steuerung der zukünftigen Einzelhandelsentwicklung gegeben. 

Der Stadtrat hat am 02.07.2015 das Einzelhandelskonzept als konzeptionelle Grundlage der Standortentwicklung des Einzelhandels im Stadtgebiet bis 2025 beschlossen und die Stadtverwaltung beauftragt, das Konzept mit allen Mitteln des Bauplanungsrechtes umzusetzen.

III. Netzentwicklung Radverkehr in Mühlhausen – Radverkehrskonzept

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 07.12.17 das Radverkehrskonzept (Netzentwicklung Radverkehr in Mühlhausen) als planerische und konzeptionelle Grundlage für die Entwicklung des Radverkehrs im Stadtgebiet beschlossen. Mit diesem Konzept wird das Ziel verfolgt, den Radverkehr in der Stadt Mühlhausen zu fördern. Die Entwicklung einer zukunftsfähigen Radinfrastruktur soll unterstützt und forciert werden. In diesem Sinne soll das vorliegende Konzept als handlungsorientierte Grundlage bei der künftigen Stadtentwicklung und Verkehrsplanung Mühlhausens sowie bei baulichen Maßnahmen Berücksichtigung finden. 

IV. Konzept zur Bewerbung Landesgartenschau

Kern dieses Konzepts ist die Verbindung zwischen Schwanenteich, Altstadt und Unstrut. Dabei sind die Altstadt und der Schwanenteich mit ihren vielfältigen Grünraumpotenzialen und Wasserläufen die großen Protagonisten. Im Rahmen der Landesgartenschau sollten diese Areale aktiviert und akzentuiert werden: der „Grünen Ring“ um die Altstadt, die stadtnahen Parkanlagen und das beliebte Freizeit- und Ausflugsziel Schwanenteich. Gleiches gilt für die Uferzonen der Unstrut, des Popperöder Bachs und der Schwemmnotte, für Wohngebiete im Norden und Süden sowie eine Industriebrache an der Unstrut. Natur bildet dabei eine einzigartige Symbiose mit Kultur – von den Mühlen bis zu den vielfältigen historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. 

Die Erstellung der Bewerbungsunterlagen erfolgte Fachbereichsübergreifend gemeinsam mit den Kollegen des Stadtmarketings. 

Wohnungsmarktprognose für Mühlhausen

Modernes Wohnen in der historischen Innenstadt ermöglichen, die Nachfrage nach Eigenheimen bedienen und Strategien für die Vorstädte entwickeln: das sind die aktuellen Kernthemen der Stadtplaner im Mühlhäuser Rathaus. Eine wichtige Grundlage, um in den kommenden Jahrzehnten das Wohnangebot der Stadt bedarfsgerecht und nachhaltig zu gestalten, bietet die Wohnungsmarktprognose, die in den zurückliegenden Monaten erarbeitet wurde. Anschließend wurde sie den Stadträten vorgestellt; in der Ratssitzung am 13. Juli 2022 soll sie abschließend beraten und beschlossen werden.

Die Studie beschreibt und bewertet die aktuelle Wohnungsmarktsituation und leitet Schlussfolgerungen und Empfehlung ab. Dazu wurden der derzeitige Wohnungsbestand und Leerstand erstmals seit zehn Jahren umfassend analysiert. Demnach sind im Stadtgebiet rund 19.300 Wohnungen bewohnt, rund 2.400 stehen leer. Die Leerstandsquote liegt damit bei 11,1 Prozent und somit rund ein Prozentpunkt niedriger als zuvor. In einem weiteren Schritt wurde der Wohnungsmarkt beleuchtet. Dabei wurde das vorhandene Wohnraumangebot der Nachfrage gegenübergestellt.

Laut Analyse ist der Wohnungsmarkt Mühlhausens geprägt von Wohngebietstypen historischer Bausubstanz, Geschosswohnungsbauten der 50er bis 80er-Jahre sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern. Dabei gibt es mehr als doppelt so viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wie in Ein- und Zweifamilienhäusern. Zugleich sei rege Bautätigkeit insbesondere im Ein- und Zweifamilienhaussegment zu verzeichnen. Aufgrund der demografischen Entwicklungen werden jedoch auch Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern frei. Im Bereich seniorengerechten Wohnens und Pflege sei in Mühlhausen bereits ein großes Angebot vorhanden. Der Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern falle für eine Stadt recht hoch aus; die Neubauquote befinde sich leicht über dem Durchschnitt, die Bautätigkeit könne also als normal eingestuft werden.

Unter die Lupe genommen wurde zudem die Nachfrage nach Wohnraum in Mühlhausen. Fazit: Weiterhin ist der Wunsch nach einem Einfamilienhaus, aber zugleich auch nach Wohnungen mit moderner Ausstattung, Grundrissen mit großzügigeren Bädern und Küchen oder energetisch günstigen Standards groß. Hinzu kommt der Bedarf an spezifischem Wohnraum, so durch die steigende Zahl an Senioren.

Als Schlussfolgerung wird folgende Doppelstrategie empfohlen: Zum einen müssten bestehende Gebäude, die nicht mehr nachgefragt werden, umgebaut, umgenutzt oder teilweise rückgebaut werden. Gleichzeitig gelte es, neue Wohnformen zu schaffen, um zeitgemäße Wohnwünsche und -bedürfnisse zu erfüllen.

Für das Wohnen in Ein- und Zweifamilienhäusern solle das Angebot erweitert, zugleich aber die Flächenversiegelung so gering wie möglich gehalten werden sowie Alternativen zum klassischen Einfamilienhaus entwickelt und gefördert werden.

Im Geschosswohnungsbau sei das Ziel, die Menge an Wohnungen schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig deren Qualität hinsichtlich Ausstattung, Größe sowie Grundriss zu erhöhen. Eine Aufwertung des unmittelbaren Wohnumfeldes ist anzustreben.

Das Wohnungsangebot solle damit insgesamt entsprechend der sich verändernden Nachfrage vielfältiger werden. Ziel ist es, diesen Anpassungsprozess gemeinsam mit den großen Wohnungsunternehmen zu gestalten.
Für die Stadt resultiert aus der Wohnungsmarktprognose nun unter anderem die Aufgabe, in den nächsten Jahren neue Baugebiete für Einfamilienhäuser auszuweisen. Parallel dazu ist aber die Entwicklung im Sektor des mehrgeschossigen Wohnungsbaus voranzubringen – hier sind insbesondere das Bahnhofsquartier sowie die Petri- und Nikolaivorstadt zu benennen.

Gemeindliches Entwicklungskonzept – Region Forstberg

In den vergangenen Monaten wurde an dem Gemeindlichen Entwicklungskonzept für die Region Forstberg gearbeitet. Durch die engagierte Arbeit des Dorferneuerungsbeirates sowie aller Bewohner konnte mit Unterstützung des Büros Rother und Partner eine Maßnahmenliste erstellt werden, welche konkret auf die Bedarfe der einzelnen Orte sowie der gesamten Region Forstberg eingeht. Die Abschlusspräsentation fand am 06. Juli 2022 in Windeberg statt.
Gemeindliche Entwicklungskonzepte (GEK) sind Pläne für die Entwicklung ländlicher Gemeinden als konzeptionelle Grundlage für die Aufnahme als Förderschwerpunkt in das Programm der Dorferneuerung und -entwicklung ab dem Jahr 2025. Die Anerkennung als Förderschwerpunkt der Dorfentwicklung setzt dabei eine konzeptionelle, mit den Bürgerinnen und Bürgern abgestimmte Handlungsgrundlage voraus, welche hier geschaffen wurde. Ziel der Dorferneuerung und Dorfentwicklung ist es, die Entwicklung vitaler Dörfer und Gemeinden zu unterstützen. Neben einer nachhaltigen Verbesserung der Wohn-, Arbeits- und Lebensverhältnisse gehört dazu der Erhalt dörflicher Strukturen und historischer Bausubstanz. Das durch den Stadtrat legitimierte Gemeindliche Entwicklungskonzept der Region Forstberg wird bis zum September beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum eingereicht.

Aufgabenstellung

Die Stadt Mühlhausen mit ihren Ortsteilen Grabe, Saalfeld und Windeberg, zusammengefasst als Dorfregion Forstberg, hat sich mit der Erarbeitung des Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes die Aufgabe gestellt, folgende Zielsetzungen, Handlungsfelder und Themenbereiche aufzuzeigen und zu bewerten, um das zukünftige Handeln und die Entwicklung der Gemeinde zu steuern. Die zu erstellende Dorfentwicklungsplanung leitet ein zukunftsweisendes Entwicklungskonzept im Sinne einer Weiterentwicklung und Erneuerung von ortstypischen, traditio-nellen und übernommenen Strukturen ab. Die Dorfentwicklung für die Dorfregion soll es ermöglichen, die Vielfalt von Siedlungsstrukturen und dörflichen Lebensformen sowie die Eigenart der historisch gewachsenen Dörfer und Gemeinden zu erhalten, um auch für zukünftige Generationen Bewahrenswertes zu schützen.

Das Aufgabenprofil umfasst:
➢ Auswirkungen des Demographischen Wandels auf Altersvorsorge, Gesundheitswesen, Bevölkerung, Wirtschaft
➢ Reduzierung der Flächeninanspruchnahme (Flächenverbrauch, Leerstandskataster, Innenentwicklung vor Außenentwicklung)
➢ Erhaltung und Schutz der vorhandenen Naturräume (Landschaftsräume, Schutzgebiete, Tourismus, Natur)
➢ Attraktiv gestaltete Dorfkerne, Straßen und Plätze (Dorfkernentwicklung, historische Ortskerne, Leerstand im Dorf)
➢ Ausbau der Siedlungs- und Infrastruktur ( Mobilität, Entwicklungspotential, funktionelle Strukturen, dörfliches Leben)
➢ Stärkung der Wirtschaft, Gewerbe, Handel (traditionelle Handwerksbetriebe, Wirtschafts- und Gewerbezentren)
➢ Belebung der Tourismus- und Freizeitangebote (touristische und agrartouristische Angebote, Kultur, Freizeit)
➢ Erhaltung und Pflege des sozialen Lebens, Bildung, Kultur (Vereinsarbeit, Brauchtumspflege, Kinder- und Jugendarbeit)
➢ Land- und Forstwirtschaft in der Dorfregion (kontrollierte Siedlungsentwicklung, ländlicher Raum)